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„Das ist Offenbach“ und Main-Turm nehmen Wasserfreunde mit auf Paddeltour

Die Einweisung fürs Paddeln erfolgte freilich mit Mundschutz.
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Die Einweisung fürs Paddeln erfolgte freilich mit Mundschutz.

Die Stadt einmal an sich vorüberziehen lassen und sie aus einem eher ungewohnten Blickwinkel beobachten: Diese Gelegenheit nutzten am Pfingstsamstag Paddler bei einer ausgiebigen Tour über den Main.

Offenbach – Initiiert wurde dieser Ausflug durch die Kooperation der Stadt-Community „Das ist Offenbach“ und den Wassersportprofis vom „Main-Turm“: Bereits im letzten Jahr hatten sie einen erfolgreichen Testballon gestartet, doch aufgrund der Coronapandemie musste die Wiederholung ein wenig nach hinten verschoben werden – aber am Pfingstwochenende war es endlich Zeit für die Paddeltour, die gleichzeitig auch den Auftakt für das diesjährige Tourenprogramm des Main-Turms bildete.

„Passt auf die großen Pötte auf!“, warnt Roland Lösel vom Main-Turm die Teilnehmer mit einem Augenzwinkern, bevor die Kanus und Kajaks bestiegen und zu Wasser gelassen zu werden. Am Nachmittag haben sich 32 Besucher von jung bis „etwas älter“ an der „Nato-Rampe“ am Mainufer in Rumpenheim versammelt und lassen sich zunächst einmal von dem Paddelfachmann einweisen – auch in die notwendigen Maßnahmen, die angesichts von Corona zu treffen sind. Beim Einsteigen und Wassern müssen Schutzmasken getragen werden, die aber abgenommen werden dürfen, sobald es mitten auf dem Fluss richtig losgeht.

Dann geht es los – flussabwärts mit der Strömung, sodass sich die etwa zehn Kilometer lange Paddeltour nicht nur für erfahrene Paddler, sondern auch für Neulinge am Ruder eignet. Dominic Leiendecker, Initiator von „Das ist Offenbach“, führt die Ruderflottille gemeinsam mit Lösel an: Entlang der „Küstenlinie“ wird die herrliche Natur des Landschaftsschutzgebiets der Mainauen passiert und am industriell geprägten Mainufer entlang gepaddelt. In Bürgel gibt es einen kleinen Zwischenstopp: Am dortigen Main-Turm kann sich bei einem Eis erfrischt werden.

Damit die Schifffahrtsregeln eingehalten werden und eventuelle Probleme einen der Paddler nicht in Seenot bringen, begleiten vier Guides die Tour. „Es gibt ja manche Teilnehmer, die sind etwas schneller unterwegs, manche etwas weniger schnell“, beschreibt Leiendecker die Aufgabe der Guides, die Gruppe auch zusammenzuhalten, damit er etwas über die vorüberziehenden Sehenswürdigkeiten erzählen kann und alle etwas davon haben. Außerdem sind die Guides flugs zur Stelle, falls es doch mal ein Problem gibt. „Es ist auf unseren Touren noch nicht passiert“, kann Lösel versichern – aber falls es doch mal „Mann über Bord“ heißt, ist auch ein Rettungsschwimmer dabei.

Im Licht des Sonnenuntergangs trifft die Paddelkolonne bei der Hafentreppe im Neubaugebiet ein. Hier pflegt der Main-Turm seinen zweiten Standort, wo auch der alltägliche – und an Pfingsten überaus gut gebuchte – Bootsverleih stattfindet. Hier erholen sich die Paddler bei einem kühlen Getränk von der knapp dreistündigen Tour. Und man ist sich einig: Es war ein tolles Erlebnis. „Das war jetzt das erste Mal seit 30 Jahren, es hat einen Riesenspaß gemacht“, sagt ein Teilnehmer. Anstrengend war es nicht: „Ich habe extra gestern noch mal trainiert, am Rudergerät.“ „Es war eine schöne Gelegenheit, mal Leute coronafreundlich zu treffen“, erzählt eine junge Dame, die gerade vom Kanu wieder auf den festen Boden zurückgetreten ist. „Und man erkennt ganz neue Ecken von Offenbach.“

VON JAN SCHUBA

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