Bahn-Station gesperrt

Offenbach: Großer Polizeieinsatz am Marktplatz könnte teuer für Anrufer werden

Bei einem großen Polizeieinsatz in Offenbach wurde am Montagabend auch die Station Marktplatz geräumt.
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Bei einem großen Polizeieinsatz in Offenbach wurde am Montagabend auch die Station Marktplatz geräumt.

Eine geräumte Bahn-Station, stehengebliebene Bahnen, etliche Polizisten im Einsatz: Zwei Anrufer haben in Offenbach am Montag für mächtig Trubel gesorgt. Das hat für sie nun wohl schmerzliche Folgen. 

  • Am Montag ist die Polizei mit einem großen Aufgebot stundenlang in Offenbach im Einsatz
  • Anrufer melden mögliche Gefahren: Züge müssen deshalb ausfallen, die Bahn-Halte am Marktplatz wird geräumt
  • Am Ende entpuppt sich die ganze Sache als Fehlalarm – der für zwei Männer sehr teuer werden könnte

Offenbach – Ganz viel Aufregung mitten in Offenbach – um letztlich ganz wenig. Am Marktplatz gab es am Montagabend (10.08.2020) einen großen Polizeieinsatz, der Stunden dauerte. Gegen 21.40 Uhr hatte ein Anrufer den Beamten auf Englisch gemeldet, dass sich dort ein Bewaffneter aufhalte. Das Präsidium schickte nach eigenen Angaben zahlreiche Polizeistreifen in die Offenbacher Innenstadt, ließ die S-Bahnstation „Marktplatz“ räumen und stoppte vorübergehend den Zugverkehr an den benachbarten Stationen „Ledermuseum“ und „Offenbach-Ost“. Doch den möglicherweise gefährlichen Mann mit Waffe, von dem die Rede gewesen war, fanden die Beamten nicht.

Offenbach: Anrufer melden Gefahren am Marktplatz – Polizei rückt vergeblich aus

Kurz darauf seien in der Einsatzzentrale weitere, ähnliche Anrufe eingegangen, berichtet die Polizei Offenbach in einer Mitteilung. Offensichtlich von der selben Person, die jedes Mal nach wenigen Sekunden wieder auflegte. Gegen 23.20 gelang es den Ermittlern schließlich, in der Nähe des Marktplatzes einen 36-Jährigen festzunehmen, bei dem es sich der Polizei zufolge um den Anrufer handeln könnte. Der turbulente Abend in Offenbach war damit jedoch noch nicht beendet.

Noch während die Polizisten den Verdächtigen abführten, gab ein anderer Mann – ebenfalls am Telefon und ebenfalls auf Englisch – an, im Bereich des Offenbacher Marktplatzes eine Bombe platziert zu haben. Der große Polizeieinsatz ging also weiter, um „eine Gefahr für die Bevölkerung“ auszuschließen, wie die Beamten schreiben. Wieder fand man: nichts.

Großer Polizei-Einsatz in Offenbach könnte teuer für Anrufer werden

Auch der zweite mutmaßliche Anrufer befindet sich mittlerweile in Gewahrsam. Die Polizei Offenbach nahm in gegen 0.55 Uhr in der B-Ebene fest. Die Identität des Mannes ist noch nicht abschließend geklärt, es soll sich jedoch um einen 38-Jährigen handeln. Die Kriminalpolizei will nun herausfinden, wie und ob die beiden Anrufer, die fast zeitgleich den Notruf wählten, miteinander in Verbindung stehen – und was ihre Beweggründe waren. Sie spricht von „offensichtlich verwirrten“ Männern.

Bei dem großen Polizeieinsatz mitten in Offenbach kam zwar niemand direkt zu Schaden, indirekt sorgte er aber für eine Menge Ärger. Rund 40 Züge leitete die Bundespolizei eigenen Angaben nach um, viele hatten deutliche Verspätungen, neun fielen komplett aus. Es werde nun geprüft, ob man den Verdächtigen den umfangreichen Polizeieinsatz in Rechnung stellen könne. Das dürfte teuer werden. Laut Polizei kostete er ersten Schätzungen zufolge mehrere tausend Euro. (ag)

In einem Fall von versuchter Tötung braucht die Polizei in Offenbach Hilfe: Nach einer Messer-Attacke sucht sie einen jungen Mann, der seinen Kontrahenten im Streit schwer verletzt haben soll.

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