5,5 Millionen Euro

Mehr Geld für Offenbacher Marktplatz-Umbau: Arbeiten sollen 2021 starten – Das ist geplant

Ab März soll der Marktplatz-Umbau beginnen, dann wird auch das orangene Zeltdach verschwinden.
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Ab März soll der Marktplatz-Umbau beginnen, dann wird auch das orangene Zeltdach verschwinden.

Der Marktplatz-Umbau in Offenbach hat eine scheinbar nie enden wollende Baugeschichte. Nun die Wende: Es gibt es mehr Geld, Start der Arbeiten ist für März geplant.

  • In den vergangenen Jahren war der Marktplatz-Umbau in Offenbach ein häufiger Streitpunkt
  • Im März 2021 sollen nun aber Bauarbeiten die Bauarbeiten beginnen
  • Es gibt eine neue Ausschreibung und mehr Fördergeld für den Marktplatz-Umbau

Offenbach – Seit Jahren wird in der Stadt über das Für und Wider des Marktplatz-Umbaus gestritten, Pläne ausgearbeitet, umgearbeitet und wieder verworfen. Und als sich 2018 die Tansania-Koalition auf eine Minimal-Lösung einigte, musste kurz darauf die Reißleine gezogen werden: Lediglich eine Baufirma hatte sich auf die Ausschreibung der Stadt gemeldet und lag mit ihrer Kostenschätzung deutlich über dem, was die Stadt auszugeben bereit war.

Doch nun, ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl, kommt wieder Bewegung in das Projekt: Noch diesen Herbst soll die Ausschreibung für den Umbau starten, bestätigt Baudezernent Paul-Gerhard Weiß unserer Zeitung. Im März 2021 sollen die Bauarbeiten beginnen. Weiß zeigt sich überzeugt, dass dieses Mal mehr als nur eine Baufirma auf die Ausschreibung reagieren werde. „Ich habe große Hoffnungen, dass wir dieses Mal Angebote bekommen, die etwas mit einem echten Wettbewerb zu tun haben“, sagt er. Da durch die Corona-Pandemie manches Bauprojekt abgesagt wurde, hätten die Baufirmen wieder ein Interesse an kommunalen Ausschreibungen.

Allerdings verteuert sich der Marktplatz-Umbau erneut: zwei neu hinzugekommene Vorhaben sorgen für einen Anstieg der Gesamtkosten um 115 000 Euro auf rund 5,5 Millionen Euro. Die gute Nachricht: Die zusätzlichen 115 000 Euro werden größtenteils durch Landesgeld abgefangen.

Marktplatz-Umbau in Offenbach: Förderung für Trinkwasserbrunnen

So wird der neu in die Vorhabenliste aufgenommene Trinkwasserbrunnen, der mit Mehrkosten von 39 000 Euro veranschlagt ist, vom Land mit 31 500 Euro gefördert. „Es gab den parlamentarischen Wunsch nach mehr Trinkwasserspendern im öffentlichen Raum“, sagt Weiß. Für Schulen werde dieser Wunsch überprüft, für die Umgestaltung des Marktplatzes ist nun ein entsprechender Bau in das Projekt aufgenommen worden.

Wobei allerdings noch niemand weiß, wo der Brunnen nach dem Marktplatz-Umbau stehen soll: „Die Lage und die technische Realisation müssen noch geprüft werden“, sagt Weiß. Denn die Leitungen für den bestehenden Ottmar-Gassenmeyer-Brunnen, der einige Meter nach Süden verlegt wird, können nicht für den Trinkwasserspender genutzt werden. Die jährlichen Unterhaltskosten für den Brunnen werden mit 4 000 Euro veranschlagt.

Auch für die mit insgesamt 76 000 Euro veranschlagte neue Überdachung für Fahrgäste wird zu großen Teilen mit Landesgeld realisiert: Von der insgesamt 40 000 Euro teuren Konstruktion werden 31 650 Euro vom Land übernommen. Die mit 36 000 Euro veranschlagte Beleuchtung der Überdachung muss dagegen die Stadt selbst finanzieren, sagt Weiß.

Marktplatz-Umbau in Offenbach: Begrünung für Überdachung

Die Überdachung wird die einst orangenen, aber schon seit Jahren verdreckten Segel ersetzen, deren Zustand immer wieder moniert wurde. Um ein Haar wären die orangenen Segel der Stadt jedoch erhalten geblieben: Wie Weiß bestätigt, hätten diese in ein paar Jahren unter Denkmalschutz gestellt werden können.

Die neue Überdachung soll sich wesentlich moderner zeigen: Drei stählerne Bauten sollen ein Blätterdach suggerieren, auch die aufwendige Beleuchtung soll diesen Eindruck verstärken und dem Platz damit einen baulichen Hingucker bescheren. Neu aufgenommen wurde der Wunsch nach einer realen Begrünung des Blätterdachs: Mit Kräutern, Gräsern und Mauerpfeffer soll das Dach bepflanzt werden.

Hier soll der Marktplatz-Umbau stattfinden

Der Marktplatz soll im Abschnitt von der Einmündung der Fußgängerzone Frankfurter Straße bis zur Ecke Waldstraße / Geleitsstraße umgestaltet werden. Dazu zählt eine Verbreiterung des für Fußgänger vorgesehenen Bereichs am südlichen Ende und eine Verschlankung der Straße für den Autoverkehr. Die Durchfahrt bleibt für Autofahrer vorerst weiter möglich, allerdings hat sich die Tansania-Koalition die Option einer Sperrung offen gehalten.

Die jüngsten Bauvorhaben werden am Donnerstag (10. September) in der Stadtverordnetenversammlung ab 17 Uhr in der Stadthalle zur Abstimmung gestellt.

Offenbach: Zwei Probleme bleiben beim Marktplatz-Umbau bestehen

Zwei Probleme in Bezug auf den Umbau aber bleiben bestehen: Zum einen sind die veranschlagten Straßenbeiträge mit 1,235 Millionen Euro für die Anlieger eine Belastung. Zum anderen ist noch völlig ungeklärt, wie sich die Verengung und Beruhigung der Nord-Süd-Durchgangsverbindung auf den innerstädtischen Verkehr auswirken wird. Denn auch wenn der Name einen „Platz“ suggeriert, so ist er doch lediglich eine Durchgangsstraße (Von Frank Sommer)

Neben dem Marktplatz wird auch das City-Center in Offenbach runderneuert. Jedoch wurde auch bei diesem Umbau zuvor intensiv verhandelt.

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