Nach Ostern

Umbau des Offenbacher Marktplatzes beginnt – Anlieger werden zur Kasse gebeten

Begrüntes Blätterdach statt Zeltdach: So soll die neue Haltestelle am umgestalteten Marktplatz aussehen, der künftig mehr Raum für Fußgänger und viel weniger für den motorisierten Verkehr bietet. visualisierung: Stadt
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Begrüntes Blätterdach statt Zeltdach: So soll die neue Haltestelle am umgestalteten Marktplatz aussehen, der künftig mehr Raum für Fußgänger und viel weniger für den motorisierten Verkehr bietet. visualisierung: Stadt

Der Marktplatz in Offenbach soll umgebaut werden. Für Autos wird es deutlich unattraktiver.

Offenbach - Es gibt nur wenige Bauvorhaben in der Stadt mit so langer Vorlaufzeit: Mehr als ein Jahrzehnt wurde geplant, der Bürger beteiligt, umgeplant, politisch gestritten und mit dem spitzen Bleistift gerechnet - jetzt kann es endlich losgehen mit dem Umbau und der Aufwertung des Marktplatzes.

Dabei soll richtig Gas gegeben werden, wie Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und seine Fachleute gestern bei Vorstellung des Projekts betonen. Direkt nach Ostern, am 8. April, beginnen die ersten Arbeiten, im Juni des nächsten Jahres ist laut Zeitplan der runderneuerte Marktplatz fertig.

„Wir bauen, um den Marktplatz schöner zu machen, Fußgängern und Radfahrern mehr Raum zu geben, die Sicherheit zu erhöhen und die Anbindung der Fußgängerzone an den Wilhelmsplatz zu verbessern“, umreißt Weiß die Ziele. Nicht unwichtig dabei: Während die Busse wie bisher über den Platz rollen, wird der Bereich für den motorisierten Individualverkehr unattraktiver. Zwischen Frankfurter Straße und Geleitsstraße ist künftig nur noch Tempo 20 erlaubt. Der Marktplatz gilt dann als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich. Die Fahrbahn wird von zehn auf sechs Meter verschmälert und in ihren früheren, historischen Verlauf zurückverlegt. Die Fahrbahnkanten werden abgesenkt, sodass Platzflächen und Straße annähernd höhengleich verlaufen. Neue sandsteinfarbene Gehwegplatten verbessern die Optik des derzeit grauen und sanierungsbedürftigen Belags.

Das Ganze hat seinen Preis: 5,52 Millionen Euro kostet der Umbau, dem Weiß nicht zuletzt Signalwirkung für die Zukunft der Innenstadt zuschreibt. Knapp zwei Millionen davon sind Fördermittel, 1,48 Millionen bleiben als Anliegerbeiträge an den 13 Eigentümern der insgesamt 16 an den Platz angrenzenden Grundstücken hängen.

Mit Blick auf die Kosten sei daran erinnert: Im Juni 2018 musste Weiß kurz vor dem schon damals geplanten Start des Umbaus die Reißleine ziehen. Nur eine einzige Baufirma hatte sich auf die Ausschreibung hin gemeldet, deren Angebot war jedoch völlig überhöht. „Jetzt gab es zwei Anbieter. Einer davon hat mit seinem Angebot gerade noch innerhalb des Budgets gelegen“, berichtet der Planungsdezernent.

Das aktuelle Vorhaben ist eine umfassende Überarbeitung der 2018er-Pläne. Das Baugebiet ist jetzt kleiner und konzentriert sich auf den Kern des Marktplatzes zwischen Frankfurter- und Geleitsstraße, die Bieberer Straße wurde rausgenommen.

Die Bauzeit kann von zunächst veranschlagten 22 Monaten auf 14 verkürzt werden. Möglich macht das die Einrichtung einer Behelfsstraße, die westlich der derzeitigen Asphaltpiste (auf der Seite der Schwanen-Apotheke) angelegt wird. Für Fußgänger bleibt dort nur ein schmaler Gehweg. Auf dieser Ausweichstrecke werden aber nur Busse, Taxis und Anlieferer fahren können, für den motorisierten Individualverkehr ist der Marktplatz von Mitte Mai dieses Jahres bis Anfang März 2022 dicht. Anwohner erhalten auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung. Umleitungsstrecken werden weiträumig im Stadtgebiet ausgeschildert – der Verkehr wird über die Kaiserstraße, Bismarckstraße und Waldstraße um den Marktplatz herum gelenkt. Alle Parkhäuser in der Innenstadt bleiben erreichbar.

Aufgehübscht wird der Marktplatz durch eine begrünte Blätterdachhaltestelle, welche die in die Jahre gekommene Zeltdachhaltestelle ersetzt, neue Sitzbänke, neue Ausstattungselemente und eine moderne Straßenbeleuchtung. Der Ottomar-Gassenmeyer-Brunnen in Höhe der Großen Marktstraße rückt weiter nach Süden, das dortige Trafohäuschen verschwindet, die Technik wird unterirdisch platziert. Zusätzlich wird es einen Trinkwasserspender für Passanten geben.

Flankiert wird der Umbau durch eine breit gestreute Baustellenkommunikation, mit Nihad Moufadil wurde eine Anliegerbeauftragte installiert. Unter anderem gibt es eine Info-Broschüre, ein Wegeleitsystem sowie eine Internetseite, die insbesondere über die jeweilige Verkehrsführung während der insgesamt sechs Bauphasen informiert. (Matthias Dahmer)

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