Mehr Geld für MMO-Personal

Was kosten die Busfahrer?

Jeder freut sich für jene Offenbacher Busfahrer, die nicht nach dem ansprechenden Tarif des Öffentlichen Dienstes bezahlt werden.

Offenbach – Und das sind die meisten der Frauen und Männer, die im Auftrag der örtlichen Nahverkehrsorganisation NiO Busse durch die Stadt lenken beziehungsweise den Betrieb ermöglichen: Nach der Schlichtung im hessischen Omnibusgewerbe werden auch die 165 Bediensteten der Main Mobil Offenbach (MMO), der 2004 zwecks Einsparung von Personalausgaben gegründeten 100-prozentigen Tochter der Offenbacher Verkehrsbetriebe, besser entlohnt.

Inwieweit sich ihre Stundenlöhne dann jenen ihrer nur noch wenigen Kollegen annähern, die im Sold der Mutter noch die Vorzüge des ÖTV-Tarifs genießen, ist eine der Fragen, die man seitens der OVB momentan zu diesem Komplex nicht beantworten möchte.

„Für die Busfahrer freut es mich natürlich“, sagt die zuständige Dezernentin Sabine Groß (Grüne). Als Kommunalverantwortliche wird sie sich allerdings mit den Folgen der Einigung beschäftigen müssen, die schließlich eine stufenweise Anhebung des Stundenlohns bis 2023 um 29 Prozent vorsieht: 2020 gibt’s für Busfahrer 15 statt 13,50 Euro die Stunde, ab April 2021 16 Euro, ab Juli 2022 16,70 und ab Oktober 2023 17,40 Euro. Für das laufende Jahr bekommen sie eine Einmalzahlung von 950 Euro drauf gepackt. Angestellte und Techniker erhalten mit jedem der vier Schritte jeweils 2,9 Prozent mehr Lohn.

„Wir müssen erst mal schauen, was das konkret für uns bedeutet“, meint Stadträtin Groß. „Wie sich die vereinbarte Tariferhöhung auf die Personalkosten ab 2020 auswirken wird, vermag die OVB im Moment noch nicht zu sagen“, heißt es seitens des städtischen Unternehmens. Der Tarifvertrag werde noch bis Ende Januar im Detail ausformuliert, „erst dann wissen wir, was im Einzelnen auf uns zukommt“.

Auch wenn die OVB im Moment keine Aussage zu ihren Gesamtpersonalkosten machen möchte, fällt es nicht schwer, unumgängliche Mehrausgaben vorauszusehen, die das auch durch die Umrüstung auf Elektrobusse steigende Defizit in Offenbachs öffentlichem Personennahverkehr weiter ausweiten werden. Der Beteiligungsbericht 2018 weist für die MMO einen Personalaufwand von 4,7 Millionen Euro aus – er dürfte sich 2019 durch Neueinstellungen deutlich erhöht haben. Schon auf dieser Basis zeichnet sich ab, dass die OVB ab dem Jahr 2023 mehr als anderthalb zusätzliche Millionen allein fürs Personal wird schultern müssen.

Inwieweit sich der zweiwöchige Streik auf die Bilanz auswirkt, bleibt übrigens ebenfalls offen: „Eine monetäre Streikbilanz ziehen die OVB nicht“, heißt es.

VON THOMAS KIRSTEIN

Die Stadt Offenbach will ihr Bus-Netz ausweiten. Mehrere neue Haltestellen sind angedacht, das Strecken-Geflecht wächst. Es ist ein aufwendiges Millionenprojekt.

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