300 Anträge auf Regelinsolvenzverfahren

Offenbach: Mehr Insolvenzen

Offenbach - Anders als auf Bundesebene ist die Zahl der Pleiten in Offenbach nicht rückläufig. Creditreform nennt „soziale Struktur“ von Offenbach als Grund für steigende Privatinsolvenzen. Von Marc Kuhn 

Im Bereich des Amtsgerichtes Offenbach seien in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 300 Anträge auf Eröffnung des sogenannten Regelinsolvenzverfahrens von Unternehmen gestellt worden, teilte die Wirtschaftsauskunftei Credireform gestern in Offenbach mit. Im ersten Halbjahr 2013 seien es 297 Fälle gewesen. Damit seien die Zahlen nicht rückläufig wie im Bundestrend, erklärte Creditreform. Zudem seien in den ersten sechs Monaten 385 Anträge auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens registriert worden. Im entsprechenden Zeitraum 2013 seien es 342 Fälle gewesen. Als Grund für die steigenden Zahl von Privatinsolvenzen nannte Creditreform die „soziale Struktur“ von Offenbach.

Von Januar bis Juni dieses Jahres seien deutschlandweit 12.100 Pleiten von Unternehmen zu verzeichnen gewesen, berichtete Creditreform weiter. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres habe es 13.310 Insolvenzen gegeben. Damit sank die Zahl um 9,1 Prozent. „Dieser deutliche Rückgang innerhalb eines Jahres zeugt von der anhaltend guten Wirtschaftslage in der Bundesrepublik“, erklärte Creditreform. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland habe bei 43.800 gelegen, im ersten Halbjahr 2013 seien 45.810 Fälle gemeldet worden. Die Zahl sank um 4,4 Prozent.

Die Reform des Verbraucherinsolvenzrechts, die zum 1. Juli 2014 in Kraft trat, umfasst auch Erleichterungen für die Entschuldung von Privatpersonen wie eine Verkürzung der sogenannten Wohlverhaltensphase. „Vor diesem Hintergrund war ein Rückgang im Vorfeld der Reform zu erwarten gewesen“, erläuterte Creditreform. „In der zweiten Jahreshälfte könnte sich diese Entwicklung entsprechend umkehren.“ Im ersten Halbjahr 2014 waren Forderungen in Höhe von 12,3 Milliarden Euro von Gläubigern zu verzeichnen, so Creditreform.

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