Geständnis vor Gericht

Ex-Feuerwehrleute zünden Mehrfamilienhaus an - ihr Motiv ist bizarr

Vor dem Landgericht Darmstadt beginnt am Donnerstag der Prozess gegen zwei ehemalige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim. (Symbolbild)
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Vor dem Landgericht Darmstadt begannMädchen (10) lässt Feuerzeug fallen - plötzlich steht die Wohnung in Flammen am Donnerstag der Prozess gegen zwei ehemalige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim. (Symbolbild)

Zwei Ex-Feuerwehrmänner aus Offenbach haben ein Mehrfamilienhaus angezündet und dabei mehrere Leben in Gefahr gebracht. 

  • Im Oktober 2019 kommt es zu einem Brand in einem Hochhaus in Offenbach
  • Vor dem Landgericht Darmstadt standen deshalb zwei ehemalige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr 
  • Die zwei Männer haben ihre Tat nun gestanden

Update vom Donnerstag, 18.06.2020, 15.17 Uhr: Im Prozess um die Brandstiftung in einem Hochhaus in Offenbach haben die zwei freiwilligen Feuerwehrleute am Donnerstag (18.06.2020) zum Prozessauftakt vor dem Darmstädter Landgericht gestanden. 

Die 21 und 22 Jahre alten Männer sind wegen Mordversuchs an 43 Bewohnern, Körperverletzung und Brandstiftung angeklagt. Sie sollen das Feuer am 31. Oktober vergangenen Jahres im Keller des achtstöckigen Wohnhauses in Offenbach gelegt haben.

Offenbach: Feuer in Hochhaus: „Wir beide wollten als Helden dastehen“

Die beiden Männer hatten sich nach eigenen Angaben über eine Textnachricht zur der Tat verabredet. Der Brand wurde in dem Haus gelegt, in dem der 21-Jährige mit seiner Mutter wohnte. Man habe das Haus ausgesucht, weil der Keller eine Brandschutztür gehabt habe. 

Beide Männer aus Offenbach waren gleich nach der Brandstiftung zur Freiwilligen Feuerwehr geradelt. „Damit wir auf das erste Fahrzeug und in den Angriffstrupp kommen“, sagten sie. „Wir beide wollten als Helden dastehen“, erklärten sie ihr Motiv.

Offenbach: 43 Menschen in Lebensgefahr - Haben Feuerwehrleute Haus angezündet?

Erstmeldung vom 17.06.2020: Offenbach – Vor dem Landgericht Darmstadt beginnt am Donnerstag (18.06.2020) der Prozess gegen zwei ehemalige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim. Den 21 und 22 Jahre alten Angeklagten wird versuchter Mord vorgeworfen.

Laut Anklage sollen sie aus einem übersteigerten Geltungsdrang heraus den Tatentschluss gefasst haben, einen Brand in Offenbach zu legen, um sich an den Löscharbeiten beteiligen zu können.

Offenbach: Prozess gegen Feuerwehrleute - Brände in Mehrfamilienhaus gelegt?

In Umsetzung des gemeinsamen Tatplans habe das Duo Ende Oktober 2019 nachts im Keller eines Mehrfamilienhauses zwei Brände gelegt. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich mindestens 43 Personen in dem Haus auf. 

Das Feuer sei durch Zufall in dem Moment entdeckt worden, als es im Begriff war, auf die unmittelbar über dem Kellergeschoss gelegene Wohnung überzugreifen, heißt es in der Anklageschrift weiter. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand löschen. Mehrere Hausbewohner hatten Rauchgas eingeatmet, was eine ärztliche Behandlung notwendig machte.

Brände in Offenbach: Feuerteufel aus Freiwillige Feuerwehren?

Sind mit den Angeklagten seinerzeit den Ermittlern auch die jene Feuerteufel ins Netz gegangen, wegen denen über Monate Berufs- und Freiwillige Feuerwehren in den weiteren Mainbogen gerufen wurden? 

Die beiden jungen Männer waren zumindest nach Angaben der Polizei dringend verdächtig, im August und September 2019 vier Gartenhütten, ein leer stehendes Mehrfamilienhaus sowie einen Holzzaun in Brand gesetzt zu haben. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.  

vum/red

Nach einem anderen schweren Brand in Offenbach verlieren die Bewohner eines Mehrfamilienhauses ihr Zuhause. Der Sachschaden ist enorm.

Auch in einem Hochhaus in Offenbach brach ein Brand aus. Die Feuerwehr musste dutzende Menschen aus dem Gebäude holen. Die Polizei hat einen Verdacht zur Brandursache.

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