Aus Sanierungsgründen

Mieter müssen seit Wochen auf Aufzug verzichten

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Für die Bewohner des Wohnhauses an der Max-Reger-Straße geht es derzeit sehr mühsam zu Fuß nach oben. Ursprünglich hatte die Hausverwaltung nur vierwöchige Sanierungsarbeiten angekündigt. Inzwischen herrscht seit neun Wochen Stillstand.

Offenbach - Für viele Leute auf Wohnungssuche ist ein Aufzug wichtiges Kriterium. Ältere oder kranke Menschen, aber auch Eltern von Kleinkindern sind auf ihn angewiesen. So auch einige Bewohner der Max-Reger-Straße 9. Wegen Sanierungsarbeiten müssen sie trotzdem seit zehn Wochen Treppen steigen. Von Jenny Bieniek

Weil das Vorgängermodell nach 40 Jahren Betriebszeit zuletzt immer öfter den Geist aufgegeben hat, gab die seit Anfang dieses Jahres verantwortliche Hausverwaltung, die Pecunia Immobilien GmbH, eine Komplettmodernisierung des Aufzugs in Auftrag. Das war Mitte Februar. Seither warten die Mieter des sechsgeschössigen Gebäudes vergeblich auf eine Wiederinbetriebnahme des sanierten Lifts. Ein zunehmend größeres Ärgernis, nicht zuletzt, weil sich die Bewohner von ihrer Hausverwaltung nicht richtig informiert fühlen. Zwar sei zu Beginn per Aushang im Treppenhaus auf die Arbeiten hingewiesen worden, „aber da hieß es, dass bis 16. März alles abgeschlossen ist“, klagt eine Betroffene.

Seit Wochen schon passiere nichts mehr im Haus, auf Nachfrage werde man von der zuständigen Sachbearbeiterin permanent vertröstet. „Erst wurde uns ,nach Ostern’ versprochen, später gab es gar keine Auskünfte mehr. Man erklärte lediglich, dass es sich um einen ,besonderen Fall’ handele – aber keine Erklärung und keine Bitte um Entschuldigung.“

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Bei Pecunia Immobilien in Kiel hält man die Verzögerungen für gerechtfertigt: „Eine solch aufwändige Modernisierung bedeutet leider immer eine lange Ausfalldauer“, meint Geschäftsführer Arne Mantey. Eine Fachfirma bestätigt auf Nachfrage dagegen, dass für eine Komplettmodernisierung in der Regel vier bis fünf Wochen üblich seien.

Kursierende Gerüchte über bestehende Uneinigkeiten zwischen alter und neuer Hausverwaltung weist Mantey von sich. Die Arbeiten im Haus seien nahezu abgeschlossen, nur kleinere Restarbeiten und TÜV-Abnahme stünden noch offen. Letztere sei jedoch bereits beauftragt. „Bis Anfang Mai läuft der nagelneue Aufzug wieder“, versichert Mantey. Und weist darauf hin, dass Anträge auf Mietminderung schriftlich geltend gemacht werden müssen.

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