Urteil gefallen

Mord an Mutter in der Innenstadt von Offenbach – sie wartete auf ihren Sohn

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In diesem Porsche verbrachte Fatima T. die letzten Minuten ihres Lebens, während sie in Offenbach auf ihren Sohn wartete.

Er hat eine 44-jährige Mutter in Offenbach auf offener Straße erschossen. Jetzt ergeht das Urteil gegen den Täter.

Offenbach – Es müssen schockierende Szenen gewesen sein, die sich am 9. Mai 2019 in der Luisenstraße in der Innenstadt von Offenbach abgespielt haben. Fatima T. wartete in ihrem Porsche auf ihren Sohn, als ein Audi neben ihr hielt. Dann fielen Schüsse, einer traf Fatima T. am Hals. Wenige Augenblicke später war sie tot – verblutet.

Lebenslang nach Mord in Innenstadt von Offenbach

Jetzt wurde ein Urteil in dem grausamen Fall gefällt. Mohammed S. muss für den Mord an Fatima T. lebenslang hinter Gitter. Das Gericht am Landgericht Darmstadt sah die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe als erfüllt. Denn S. hatte Fatima T. nicht nur hinterrücks erschossen.

Der Grund war wohl, dass sie ihrer Schwester geraten hatte, sich von Mohammed S. zu trennen. Diesen Ratschlag, mit dem sie ihre Schwester schützen wollte, bezahlte die Mutter eines heute 13-jährigen Jungen mit dem Tod.

Prozess um Mord in Innenstadt von Offenbach wegen Corona verschoben

Zuvor war der Prozess verschoben worden. „Die Voraussetzungen sind mit der Prozessmaxime nicht in Einklang zu bringen“, hatte es im April vonseiten des Vorsitzenden Richters Volker Wagner geheißen. Mitten in der Corona-Pandemie war im Gerichtssaal nicht genug Platz für die Angehörigen der Nebenanklage.

Offenbach: Mörder war wochenlang auf der Flucht

Der heimtückische Mord an Fatima T. hatte im Sommer 2019 für Aufsehen in Offenbach gesorgt. Nicht nur, weil die 44-Jährige fast vor den Augen ihres Sohnes ermordet wurde. Auch die Flucht des Täters und seine anschließende Selbstauslieferung hatten die Gemüter bewegt.

Der 43-jährige Mohammed S. war nach der Tat nach Belgien geflüchtet, Ermittler hatten nach der Tat zunächst nur seinen verlassenen Wagen wenige Straßen vom Tatort in Offenbach gefunden. Nach fast fünf Wochen stellte sich der Täter aus Offenbach. Am Telefon soll er zu den Polizisten gesagt haben: „Ich bin Mohammed S. Ich bin in Offenbach und will mich jetzt stellen.“ Jetzt, über ein Jahr nachdem er diese Ankündigung wahr gemacht hatte, erhielt er seine Strafe. Diese ist allerdings noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung prüft eine Revision. (Von Marcel Richters)

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