Mit Kuppel, ohne Minarett:

Moschee-Neubau geplant

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Der Gebäude-Komplex der Mevlana-Moschee in der Sandgasse. Die Räumlichkeiten waren 1996 eingeweiht worden.

Offenbach - Die Mevlana- Gemeinde plant den Neubau ihrer Moschee in der Sandgasse. Eine Bauvoranfrage für den bis zu 4,5 Millionen Euro teuren Kuppelbau läuft, in zwei Jahren sollen die Arbeiten beginnen. Von Matthias Dahmer 

Bislang seien nur die Nachbarn informiert worden, die Reaktionen seien positiv, berichtet Omar Akjus vom Vorstand der Moschee-Gemeinde, der das Projekt koordiniert. Geplant sei, das bestehende, dreiteilige Gebäude-Ensemble abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzten, der aus nur einem Baukörper bestehe und etwas größer werde als der existierende, so Akjus. Die neue Moschee werde eine Kuppel aber kein Minarett haben und soll Platz für etwa 600 Leute bieten.

Wie der Vorstandssprecher der 300 Mitglieder umfassenden Mevlana-Gemeinde weiter berichtet, sei eine Bauvoranfrage für das Vorhaben gestellt worden, die Baukosten beziffert Akjus auf 3,5 bis 4,5 Millionen Euro.

Die Mevlana-Moschee, eine der älteren in Offenbach, wurde 1984 als kleiner Gebetsraum gegründet. Die 1996 eingeweihten derzeitigen Räumlichkeiten in der Sandgasse fassen bis zu 500 Gläubige. Fünfmal täglich und zum großen Freitagsgebet versammeln sich dort Muslime, um den vom Imam auf Türkisch gehaltenen Predigten beizuwohnen.

In eigenen Unterrichtsräumen und außerhalb organisiert die Mevlana-Moschee für ihre Gemeindemitglieder verschiedenste Kurse und Veranstaltungen. So werden zum Beispiel Nachhilfeunterricht für Schüler, Deutschkurse für Kinder und Eltern, Orientierungskurse über Themen der deutschen Gesellschaft, Fußballturniere oder Kulturveranstaltungen für Frauen angeboten.

Rund um die Moschee in der Sandgase befinden sich neben einem Jugendtreff eine eigene Gaststätte, ein eigener Supermarkt und ein Frisör, die auch von Nichtmitgliedern der Gemeinde gerne in Anspruch genommen werden.

Das sind die schönsten Moscheen weltweit

Das Internet-Portal „Moschee-Suche“ listet für Offenbach neun Moscheen auf und schätzt, das wichtige Freitagsgebet werde in der Stadt von durchschnittlich 2480 Menschen wahrgenommen.

In 15 islamischen Gemeinden versammeln sich verschiedene Nationen. Der überwiegende Teil gehört der sunnitischen Glaubensrichtung an. Von der islamischen Mehrheit nicht anerkannt sind Aleviten und Ahmadiyyah. Gepredigt wird in der Heimatsprache, auf Türkisch, Arabisch, Urdu, Bengalisch, Bosnisch. Teilweise werden die Predigten ins Deutsche übersetzet: Oft sind junge Muslime mit der Sprache ihrer Eltern nicht richtig vertraut. Kontakte zur Stadt sind institutionalisiert. Am „Runden Tisch Islam“ sitzen alle Moschee-Gemeinden. Man trifft sich zweimal im Jahr und bei Bedarf.

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