Nager

Am helllichten Tag: Ratten springen plötzlich aus den Büschen

Aus den Rabatten entlang des Odenwaldrings in Offenbach sollen immer mal wieder Ratten hervorkommen.
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Aus den Rabatten entlang des Odenwaldrings in Offenbach sollen immer mal wieder Ratten hervorkommen.

In Offenbach hat ein Mann entlang des Odenwaldrings immer wieder Ratten aus den Büschen springen sehen. Liegt es am Müll?

Offenbach – Dass die Existenz von Ratten zum normalen Erscheinungsbild von Großstädten gehört, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch wenn man nicht gerade in der Gastronomiebranche beschäftigt ist, wo die Begegnung mit den kleinen Nagetieren nahezu unumgänglich ist, lässt sich eine solche im Alltag in der Regel ganz gut durch nicht zu genaues Hinsehen vermeiden.

Doch genau dies ist einem Leser, der sich unter anderem an unsere Zeitung gewandt hat, in den vergangenen Wochen bei seinen Spaziergängen entlang des Odenwaldrings in Offenbach, zwischen der Sprendlinger Landstraße und dem Ring Center, immer schwerer gefallen.

Ratten rennen in Offenbach aus den Büschen

So berichtet er davon, dass aus der dortigen Straßenanpflanzung am helllichten Tag „immer mal wieder Ratten an den unterschiedlichsten Büschen über den Bürgersteig“ in Offenbach rennen würden. Als den Höhepunkt dieser Entwicklung bezeichnete den Moment, als auf besagtem Straßenabschnitt ganze sieben Ratten an unterschiedlichsten Stellen den Bürgersteig bevölkerten.

„Die systematische Vermüllung dieser Rabatten durch Essensabfälle, Papier und teilweise auch noch mit Flüssigkeiten gefüllten Flaschen durch ignorante Bürger unserer Stadt fördert offensichtlich die Entwicklung eines idealen ,Rattenparadieses’ in dieser Stadtbegrünung“, so das Fazit des eifrigen Spaziergängers.

Offenbach und der Müll: Stadt bestätigt Probleme - Lockt er die Ratten an? 

„Wir wissen aus der Vergangenheit, dass es in diesem Streifen immer mal wieder Probleme mit Müll oder auch Beschwerden über gesichtete Ratten gegeben hat“, bestätigt Frank Weber, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamts. Der Außendienst seiner Behörde habe die entsprechende Stelle bereits inspiziert und dabei vereinzelt Müll und auch Essensreste gefunden, jedoch selbst keine der unbeliebten Nager gesichtet.

Nicht ganz klar sei den Mitarbeitern zufolge außerdem, ob besagtes Rattenloch derzeit überhaupt noch aktiv sei. Eine entsprechende Köderbox als Falle sei dennoch an ihrem Ort belassen worden. Zudem sei die ESO mit der Beseitigung der Müllreste beauftragt worden. Dies ist laut Weber auch der übliche Vorgang, da schließlich der Stadtdienstleister ESO für die Rattenbekämpfung zuständig ist.

Ratten auf Privatgelände in Offenbach? Eigentümer ist in der Pflicht

Anders sieht es Weber zufolge hingegen aus, wenn die Nager auf Privatgelände in Offenbach gesichtet werden. Dort sei zunächst immer der Eigentümer verpflichtet, sich um die Schädlingsbekämpfung zu kümmern. „Wenn man aber mitbekommt, dass auf dem Nachbargrundstück immer wieder Ratten zu sehen sind, sich aber nichts tut, dann kann man sich auch gerne an das Ordnungsamt wenden und dann schauen wir uns das an“, versichert Weber.

Konkrete Angaben zur Entwicklung von Rattenpopulationen in Offenbach kann Weber indes nicht machen. Da die Zahl der Beschwerden sehr stark schwanke, sei es schwierig eine exakte Einschätzung zu bekommen. So kann Weber letztendlich auch nur darauf verweisen, dass allgemeinen Untersuchungen zu entnehmen sei, dass es in allen Großstädten immer Ratten gebe. Er weiß jedoch auch zu berichten, dass Trockenperioden zu einer erhöhten Wahrnehmung von Nagern beitrage, „da diesen dann vermehrt aus der Kanalisation an die Oberfläche kommen, um Nahrung zu suchen.“

Offenbach: Fressschäden der Ratten sind ein Ärgernis

Und da Ratten im Prinzip Allesfresser sind, bedienen sie sich eben auch an allem, was auch Menschen essen – oder eben nicht mehr essen und stattdessen wegwerfen. Denn insbesondere jene Arten, die in der Nähe des Menschen leben, finden ihre Nahrung häufig in Vorratslagern, auf Feldern oder im Abfall.

Doch damit nicht genug. Ein weiteres Ärgernis stellen zudem häufig durch die Nager verursachte Fressschäden und Verschmutzungen an Lebensmitteln und in Lagerräumen dar, selbst vor Stromkabeln oder Abwasserleitungen machen die Nager keinen Halt. Erschwerend hinzu kommt außerdem die Tatsache, dass von den kleinen Tieren gesundheitliche Schäden ausgehen. Schließlich können diese eine Vielzahl an Infektionskrankheiten direkt oder indirekt übetragen, weswegen die Behörden bei entsprechenden Beschwerden auch schnell handeln.

Von Joel Schmidt

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