Ab dem 1. Januar

Müllabfuhr wird teurer: So viel müssen Bürger nun mehr bezahlen

Offenbach Müll Gebühren
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Auch diese Müll-Entsorgung in Offenbach will bezahlt sein: Der S-Bahn-Eingang Ledermuseum direkt vor dem Kinopalast dient – sozusagen in Thekenhöhe – als Abstellplatz für Softdrinks. Wer ist fürs Saubermachen zuständig, fragt eine Leserin: Stadt, Stadtservice, Bahn oder Center-Hausmeister? Na ja, offenbar sieht sich keiner in Verantwortung...

Ab dem 1. Januar 2020 wird die Müllabfuhr in Offenbach teurer. Das war mehrfach angekündigt. Jetzt bekommen es die Bürger zu spüren.

Offenbach - Es war mehrfach angekündigt und im Spätherbst vom Stadtparlament beschlossen. Jetzt aber bekommt es der Bürger zu spüren – meistens über die Nebenkosten-Abrechnung: ab 1. Januar wird die Müllabfuhr teurer. Hinterlegt ist das in der sogenannten Abfallsatzung und der separaten Abfallgebührensatzung der Stadt. Die verkauft es unter der Überschrift: „Mehr Service, eine Anpassung der Gebühren und die Aufnahme von Kleingartenanlagen“.

Offenbach: Müllabfuhr teurer, da Kosten für die Stadt stark gestiegen sind

Die Gebühren-Erhöhung für die Jahre 2020 und 2021 wird laut Stadtverwaltung notwendig, weil zum einen die Rücklagen in der Entsorgung wieder vollständig an die Bürger zurückgezahlt wurden, gleichzeitig aber für die Stadt die Preise bei der Entsorgung von Sperrmüll (von 188 auf 219 Euro je Tonne), Grünabfall (von 53 auf 81 Euro) sowie Bauschutt (44 auf 63 Euro) stark gestiegen sind. Zudem sind die Vermarktungspreise für Altpapier seit 2017 eingebrochen, wodurch auch der mit der Abfallverwertung betraute Stadtservice sinkende Erlöse verzeichnet.

Offenbach: So viel teurer wird die Müllabfuhr für Bürger

Die Beispiel-Rechnung, die die Verantwortlichen aufmachen: Ein Vier-Personen-Haushalt etwa, der seine 80-Liter-Tonne für den Restabfall und seine 60-Liter-Tonne für den Bioabfall alle zwei Wochen leeren lässt, muss künftig pro Jahr knapp 16 Euro mehr bezahlen, also knapp vier Euro pro Kopf und Jahr. Absolut wären es im beschriebenen Fall 222 Euro pro Jahr und Haushalt. Ohne in die große Abfall-Mathematik einzutauchen, kommt die Redaktion allerdings auf andere Werte: 207 Euro pro Kopf und Jahr; also etwas günstiger, dafür sind’s in der Summe allerdings 26 Euro mehr. Der genaue Blick auf die entsprechenden Bescheide scheint jedenfalls empfohlen...

Neu in der Abfallsatzung ist der Anschluss der Kleingartenanlagen an die Abfallentsorgung. Sie werden jetzt namentlich in Paragraf 14, Absatz 4, als gebührenpflichtig aufgenommen. Gleichzeitig besteht aber die Möglichkeit, die Anschlusspflicht saisonal zu begrenzen. Hintergrund der Neuregelung ist die Beobachtung, dass häufig im Umfeld von Kleingartenanlagen Abfälle illegal entsorgt werden – etwa entlang des Hainbachtals. Meist stehen sonntags oder montags an den umliegenden Papierkörben Tüten mit Resten von Grillfeiern.

Auch wird rund um die Anlagen besonders häufig Bioabfall in die Landschaft gekippt, „so dass hier mit Bioabfallgefäßen in den Anlagen selbst gegengesteuert werden soll“. Der Stadtservice will Anfang des Jahres alle Vorstände von Kleingartenanlagen anschreiben und auf diese Neuerung hinweisen.

Müllabfuhr in Offenbach teurer: Online-Service für Abfall kommt

Ebenfalls neu ist der Service, Anträge beim Stadtservice online auszufüllen. Dieser freut sich zwar über persönlichen Kontakt zu den Kunden, man möchten den Bürgern aber Wege ersparen. Deshalb können von 1. Januar an Dienstleistungen rund um die Abfallentsorgung online beantragt werden. Wer eine Liegenschaft in Offenbach kauft und andere Tonnengrößen als der Vorbesitzer haben möchte, kann dies ebenso online erledigen wie einen anderen Leerungsrhythmus oder eine andere Serviceart beantragen.

Das Angebot soll nach und nach ausgebaut werden. In Vorbereitung sind unter anderem Änderungsmeldungen auch für Gewerbetreibende sowie Anträge auf Sonderleerungen und den Austausch von defekten Tonnen. Infos gibt´s auf www.offenbach.de/abfallgebuehren.

Von Martin Kuhn

Ein Ärgernis. In Offenbach lockt Müll Ratten* am Odenwaldring an. 

Falsche Mülltrennung macht der Branche der Entsorger und Verwerter zunehmend zu schaffen. Eigentlich soll laut Verpackungsgesetz mehr als die Hälfte vom Müll im Gelben Sack recycelt werden. Doch die Quote kann gar nicht eingehalten werden.

Übrigens: Ein Senior hat in der Hanauer Innenstadt eine Tasche aus einem Mülleimer gefischt, in der sich nach Angaben der Polizei Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro befand. Die Energieversorgung Offenbach (EVO) hat ihr Müllheizkraftwerk (MHKW) bis mindestens Ende des nächsten Jahres für den Normalbürger dichtgemacht. Ob es nach 2021 zu einer Wiederöffnung kommt, steht in den Sternen.

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