Nach Festnahme von IS-Terroristen

Verwirrter Mann in Offenbach löst SEK-Einsatz aus

Abgeriegelt: Ab der Mittagszeit sperrte die Polizei die Kreuzung Senefelderstraße / Starkenburgring für den Verkehr. 
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Abgeriegelt: Ab der Mittagszeit sperrte die Polizei die Kreuzung Senefelderstraße / Starkenburgring für den Verkehr. 

Kein guter Tag für Offenbach: Kurz nachdem bekannt wird, dass gestern früh drei mutmaßliche islamistische Terroristen im Stadtgebiet festgenommen wurden, sorgt ein weiterer Einsatz der Polizei für Furcht in der Bevölkerung. 

Offenbach – Ort des Geschehens ist das Senefelderquartier.

Gegen 12.15 Uhr wird der Abschnitt der Senefelderstraße zwischen Starkenburgring und Gustav-Adolf-Straße von der Polizei abgesperrt, mehrere Wagen mit teils maskierten Spezialeinsatzkräften (SEK) fahren vor.

Da nur wenige Minuten zuvor Meldungen über die Festnahme der Terrorverdächtigen veröffentlicht wurden, liegt der Verdacht nahe, dass dieser Einsatz in Verbindung damit stehen könnte. Zumal die Polizei nach und nach ihr Aufgebot verstärkt und schwer bewaffnete Einsatzkräfte, teils mit Diensthund, zu sehen sind. Auch ein Rettungswagen fährt vor, die Sanitäter warten mit Polizisten vor einem der mehrgeschossigen Wohnhäuser auf der Westseite der Senefelderstraße.

Der Verwirrte befand sich in einem der Häuser auf der Westseite der Senefelder, teils waren schwer bewaffnete Polizeikräfte im Einsatz. 

Das Polizeipräsidium Südosthessen stellt jedoch frühzeitig klar: Der Einsatz in der Senefelderstraße stehe in keinem Zusammenhang mit den drei Festnahmen vom frühen Morgen, heißt es. Worum es sich bei dem Einsatz konkret handelt, wird zunächst nicht mitgeteilt, von einer „unklaren Bedrohungslage“ ist die Rede.

Später erklärt die Polizei, dass gegen 10.15 Uhr Informationen eingegangen seien, wonach ein Mann gedroht habe, eine Waffe gegen Menschen einsetzen zu wollen. Da es Hinweise gegeben habe, dass der offenbar geistig Verwirrte im Besitz einer Schusswaffe sei, sei das SEK gerufen und der Bereich weiträumig abgeriegelt worden.

Tatsächlich geht von 12.30 bis 14.30 Uhr nichts im Gebiet zwischen Senefelderstraße und Starkenburgring: Autos müssen umgeleitet und Passanten davon abgehalten werden, das Einsatzgebiet zu betreten. Immer wieder versuchen Radfahrer und Fußgänger, sich unter der weiß-roten Polizeiabsperrung „durchzuschmuggeln“.

Geduldig hören sich die Beamten an den Absperrungen die Fragen der Passanten an, können ihnen aber keine weitere Auskunft geben, als dass momentan ein Durchkommen nicht möglich sei und sie nicht wüssten, wie lange dieser Einsatz noch dauere.

Der Verwirrte befand sich in einem der Häuser auf der Westseite der Senefelder, teils waren schwer bewaffnete Polizeikräfte im Einsatz. 

Vor allem die Ungewissheit über den Einsatz in Verbindung mit der Nachricht über die Festnahme vom Morgen sorgt für teils wilde Spekulationen. „Da muss es schon um Terror gehen, für einen Autodieb kommt die Polizei nicht mit zehn Autos an“, sagt eine Passantin. „Die sollten gleich auch den Park hinterm Rewe ausheben, da wimmelt es vor Drogendealern“, ereifert sich ein Mann. Für Anwohner ist die Situation besonders unangenehm, eine ältere Dame etwa klagt, dass sie nicht in ihre im Einsatzgebiet liegende Wohnung darf.

Kurz vor 14.30 Uhr ist der Einsatz beendet, ein Mann wird abgeführt und später in eine Spezialklinik eingewiesen. In seiner Wohnung wird eine Schreckschusswaffe entdeckt und sichergestellt. Verletzt wird bei dem Einsatz niemand, kurz nach halb drei fließt der Verkehr wieder wie gewohnt durch den Starkenburgring.

In Seligenstadt kommt es zu einem SEK-Einsatz - mehrere Straßen sind gesperrt.

VON FRANK SOMMER

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