33 Berufe

„Nacht der Ausbildung“: Zwischen Labor und Werkstatt

Den Roboterarm haben die Azubis Edis Bosnjak und Volkan Hoplamaz (3. u. 4. v. links) bei GKN Driveline selbst gebaut und programmiert. Fotos: Meidel
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Den Roboterarm haben die Azubis Edis Bosnjak und Volkan Hoplamaz (3. u. 4. v. links) bei GKN Driveline selbst gebaut und programmiert.

33 Berufe konnten die Teilnehmer der dritten Offenbacher „Nacht der Ausbildung“ kennenlernen. Neun Unternehmen aus so unterschiedlichen Branchen wie IT, Technik, Verwaltung und Hotelbetrieb öffneten am Freitag ihre Pforten für interessierte Schüler und deren Eltern.

Offenbach – Als wäre er lebendig, surrt der Roboterarm herum, greift nach dem Kunststoffrad und hebt es auf. Die Zuschauer sind beeindruckt. Gebaut und programmiert haben das Gerät Edis Bosnjak und Volkan Hoplamaz, die beim Automobilzulieferer GKN Driveline eine Ausbildung zum Fertigungsmechaniker machen. Wie lange sie für den Roboterarm gebraucht haben? „Einen Tag“, strahlt Bosnjak. „Am längsten hat das Programmieren gedauert.“ Nicht schlecht! Das finden auch die Schüler, die das Gerät bestaunen. Es ist eine von mehreren Stationen, bei denen sie einen Einblick in die Arbeit von GKN Driveline gewinnen.

Das Unternehmen an der Mühlheimer Straße gehört zu den neun Offenbacher Firmen, die bei der „Nacht der Ausbildung“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) ihre Türen für potenziellen beruflichen Nachwuchs öffnen. Mit dabei sind die Delta Hotels by Mariott, die EVO, das Finanzamt, IQ Solutions, Manroland Sheetfed, die Stadtwerke, Schramm Coatings und die Vibra Schultheis Maschinenfabrik. 33 Berufsbilder können interessierte Jugendliche an diesem Abend erkunden, ein Shuttle-Bus bringt sie von Firma zu Firma. „Berufliche Perspektiven müssen greifbar werden“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner, „besonders mit Blick auf die verschiedenen Karrieremöglichkeiten.“

Im Lacklabor von Schramm Coatings zeigt Larissa Nickel (links), wie man die Schichtdicke von Lacken misst. Fotos: Meidel

Wer sich für eine Arbeit mit ungewöhnlichen Maschinen interessiert, wird beim Unternehmen Vibra Schultheis fündig. Ausbilder Thorsten Malkmus erklärt: „Wir produzieren weder Gummibärchen, noch Kaffee oder Chips – aber wir produzieren Maschinen, mit denen unsere Kunden das tun können.“

Wie der Name Vibra bereits andeutet, stellt das Unternehmen Vibrationsmaschinen her. Diese werden etwa für die Förderbänder von Verpackungsstraßen benutzt. „Wir haben im Prinzip eine Edelstahlwanne, die durch Vibration aktiviert wird. Das Produkt rückt dadurch immer einen Millimeter nach vorne, und das geht so schnell, dass es aussieht, als ob es fließt.“ In der Firmenwerkstatt demonstrieren Malkmus und seine Azubis diese Technologie mit blauem Granulat und kleinen Metallteilchen. Durch die Vibration rückt nicht nur das Granulat auf dem Förderband voran, auch können die Metallteilchen in der Maschine herausgefiltert werden. Die Technik kann auch der Säuberung von Produkten dienen.

Mit kleinen Projekten stellen die Azubis in den Werkstätten ihr Können unter Beweis. Fotos: Meidel

Interessante Einblicke bietet das Lacklabor der Firma Schramm Coatings. Dort plaudern die Azubis Hanine Jaara und Larissa Nickel aus dem Chemie-Kästchen. „In der Ausbildung lernt man hier viele unterschiedliche Bereiche kennen, vom Lackieren bis hin zur Lackherstellung, also auch Themen wie Pigmentzusammensetzung“, so Nickel. Jaara fügt hinzu: „Wir lernen an anderen Standorten viele Bereiche kennen, zum Beispiel machen wir Lacke für Kaffeemaschinen, für Handys und Tastaturen.“

Auch analytische Arbeit werde im Schramm-Labor gemacht. „Etwa Steinschlag-Prüfungen und Haftprüfungen.“ An einer Station zeigen Jaara und Nickel, wie man mit einem Gerät die Schichtdicke von Lacken misst. „Wenn wir einen Lack applizieren, muss er auch eine gewisse Schichtdicke haben, damit er eine bestimmte Haftung hat.“ Das beeinflusse auch den Farbton.

Die nächste Nacht

der Ausbildung wird für den gesamten Kreis Offenbach gelten und am 30. Oktober in Rödermark stattfinden. Informationen im Internet

VON MARIAN MEIDEL

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