Frustrierendes Signal

Negatives Wasser-Votum aus Sicht der EVO

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Vergebliche Liebesmüh, der Magistrat blieb hart: Am 8. April überreicht EVO-Betriebsratschef Johannes Böttcher (l.) dem Magistrat (v.r. Bürgermeister Peter Schneider, OB Horst Schneider, Stadtrat Stephan Färber) eine Resolution zum Verbleib des Wassergeschäfts beim örtlichen Versorger.

Offenbach - Enttäuschung an der Andréstraße: Geschäftsleitung und Belegschaft der Energieversorgung mussten wohl mit einem aus ihrer Sicht negativen Wasser-Votum des Magistrats rechnen, ihre Äußerungen ließen gestern aber keinen Zweifel an ihrem Unverständnis.

EVO-Sprecher Harald Hofmann sagte im Sinne des Vorstands zu der Weichenstellung für einen Übergang des Wassergeschäfts an den Zweckverband Wasserversorgung Offenbach: „Die Energieversorgung Offenbach nimmt die Entscheidung zur Kenntnis, können sie jedoch nicht nachvollziehen und bedauern sie. “ Der politische Wille für eine Veränderung sei offensichtlich bereits zu zu fest gewesen. Der EVO-Vorstand vertritt die Meinung, es gebe, entgegen der Stadt-Auffassung, EU-rechtlich keinen wirklichen Zwang für eine Neuregelung.

Betriebsratsvorsitzender Johannes Böttcher nannte den Magistratsbeschluss „frustrierend“, nachdem man so viele Gespräche geführt habe: „Offenbar zählt nur der politische Wille, die Mannschaft hat das Signal empfangen, die wollen das unbedingt durchziehen.“ Bedauerlich sei, dass ein erbetener Aufschub nicht gewährt und ein alternativer Vorschlag der EVO nicht vertieft diskutiert worden sei. Dabei ging es laut Böttcher darum, dass die EVO ihre Teile des Netzes behalten sollte und weiter für Betrieb und Abrechnungen zuständig sein sollte; die Stadt hätte im Gegenzug das Wassergeschäft von der Preisvariante in ein Gebührenmodell überführt, was eine teilweise Rekommunalisierung bedeutet hätte. „Die Arbeit und die Beschäftigung wären so dauerhaft bei uns verblieben“, erklärt der Betriebsratsvorsitzende.

Nach einer Mitarbeiterversammlung nächste Woche soll entschieden werden, ob die EVO-Belegschaft noch einmal zu öffentlichem Protest vors Rathaus zieht.

EVO-Demo vor dem Rathaus

EVO-Demo vor dem Rathaus

(tk)

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