Mehr Räume, höhere Kosten

Lauterborn: Neubau des erweiterten Jugendzentrums kostet 8,9 Millionen

Wird abgerissen: Das JUZ am Johann-Strauß-Weg. Foto: Sommer

Setzrisse sorgten 2018 dafür, dass große Teile des in den 60er Jahren erbauten Jugendzentrums Lauterborn gesperrt werden mussten.

Offenbach – Ein Neubau wurde im November diskutiert, als das Land eine Förderung von 4,5 Millionen Euro in Aussicht stellte. Da man von Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro ausging, wäre der Eigenanteil der Stadt mit einer halben Million Euro angenehm gering gewesen.

Dann aber beschlossen die Stadtverordneten, dass das Angebot des als Charly-Stürz-Heim bekannten Hauses erweitert werden soll: Auch Hortgruppen der bebnachbarten Schule und ein Familienzentrum sollen dort künftig Platz finden. Nun liegt die Kostenschätzung für diese Pläne auf dem Tisch, am Donnerstag wird das Stadtparlament über den Neubau abstimmen. Durch die Vergrößerung des Gebäudes für die zusätzlichen Angebote steigen die Baukosten allerdings erheblich. Die Stadt rechnet mit 8,9 Millionen Euro. „Der zusätzliche Raumbedarf führt zu den höheren Kosten“, erklärt Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß auf Nachfrage.

Da die Palette des Jugendzentrums erhalten bleiben soll, gleichzeitig aber auch weitere Angebote für Familien dort installiert werden sollen, sei ein weiteres Stockwerk nötig. Außerdem sollen Hortplätze für 100 Kinder eingerichtet werden, was weitere Räumlichkeiten verlangt. „Da wir die Lauterbornschule vorerst nicht erweitern können, ist es sinnvoll, die Plätze am benachbarten Jugendzentrum zu installieren“, sagt Weiß.

Verzichten könne man auf die zusätzlichen Hortplätze nicht, da sich momentan die Rechtsgrundlage ändere. „Wenn der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung kommen sollte, brauchen wir den zusätzlichen Raum für die Betreuung.“ Auch das Familienzentrum mit niedrigschwelligen Angeboten und frühzeitigen Hilfen sei wichtig für den Stadtteil. „In Lauterborn braucht man das Familienzentrum“, sagt der Planungsdezernent, „das Projekt ist kein ‘Wünsch-Dir-was’, sondern wichtig für die Präventionsarbeit.“ An der Fördersumme von 4,5 Millionen Euro ändere sich durch den Beschluss zur Erweiterung des Neubaus nichts. „Wir halten natürlich die Augen nach weiteren Fördertöpfen offen“, sagt er.

Da momentan die Hälfte der Stellen im Hochbaumanagement der Stadt nicht besetzt seien, müsse das gesamte Bauvorhaben ausgelagert werden: „Die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft hat noch Kapazitäten und deshalb soll sie sich um den Bau des Zentrums in Lauterborn kümmern.“

Geplant ist, dass auf der bisherigen Freifläche das neue Gebäude errichtet werde. Anschließend kann das alte Zentrum abgerissen und an dessen Stelle ein Bolzplatz samt Freifläche für das neue kombinierte Jugend- und Familienzentrum eingerichtet werden. „Auf diese Weise können wir ein Interimsgebäude vermeiden“, sagt Weiß. Denn die für den Stadtteil so wichtige Jugendarbeit soll während der Bauarbeiten weitergeführt werden.

VON FRANK SOMMER

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare