Standort vermutlich an Mühlheimer Straße

Neubau der Fröbelschule kommt 

+
Die „Boygroup“ der Fröbelschule bereicherte gestern das Programm der Akademischen Feier. 

Offenbach - Endlich mal eine Akademische Feier mit echtem Knalleffekt. Diesen verkündet gestern der Bürgermeister in der Fröbelschule: Die Förderschule erhält einen Neubau. Von Matthias Dahmer und Martin Kuhn 

Nach jahrelangem Kampf von Eltern und Lehrern ist dies eine Entwicklung, die alle überrascht – aber auf angenehme Art. Natürlich ist’s ein langer Weg durch die Institutionen, der noch viele Abstimmungen erfordert. Aber: „Wir haben den Grundsatzbeschluss gefasst für einen Neubau“, sagt Peter Schneider. „Wir“ umfasst in diesem Fall den hauptamtlichen Magistrat. An dessen Überlegungen will der Bürgermeister gestern Morgen teilhaben lassen: „Eine 50-Jahre-Feier ist da ein ausgezeichneter Zeitpunkt“, so der Grünen-Politiker. Es ist ein dringend notwendiges Bauprojekt. Seit 50 Jahren arbeitet die Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in beengten Räumen. Und das ist vorsichtig formuliert. Damals wie heute platzt sie aus allen Nähten. Überdies ist der mehrgeschossige Bau an der Goethestraße 10-12 wenig tauglich für Kinder und Jugendliche, die teils auf einen Rollstuhl angewiesen sind. „Sanierung JETZT“ lautet daher seit geraumer Zeit eine Forderung auf der Schul-Internetseite.

Eigentlich unwidersprochen: So wenig behindertengerecht wie die Schule für teils mehrfach Schwerstbehinderte ist wohl kaum eine andere Bildungseinrichtung der Stadt. Oberbürgermeister Horst Schneider, selbst ausgebildeter Lehrer, stuft den Bau als „denkbar ungeeignet für behinderte Kinder“ ein. Beispiele aus dem Schulalltag belegen das: Vor dem einzigen Aufzug des verschachtelten Gebäudekomplexes stauen sich jeden Morgen die Rollstühle. Oft passt nur ein Gefährt rein. Andere Zugänge in die allesamt nicht ebenerdigen Klassen-, Therapie- und Fachräume existieren nicht. 22 der 100 Schüler sind auf den Rollstuhl angewiesen; sie zu Logopädie, Physio- oder Ergotherapie zu bringen, ist ein logistisches Problem.

Die Probleme sind seit Jahren bekannt: Eine 2011 grob auf 6,7 Millionen Euro geschätzte Sanierung hätte bis 2016 abgeschlossen sein sollen. Bislang ist aber nicht einmal ein Architekt mit der Sichtung betraut. Vielleicht aus gutem Grund: „Die notwendige Erweiterung wäre am Standort nicht ohne weiteres zu machen“, sagt Peter Schneider. Und sie wäre möglicherweise zu Lasten des Freigeländes gegangen. Charmanter Vorteil der Kehrtwende: Ein Neubau bringe bei gründlicher Planung auf der Zeitschiene Vorteile gegenüber einer Sanierung. Bei der Finanzierung hofft die Stadt auf ein neues Förderprogramm des Bundes. „Aber so weit sind wir noch lange nicht“, dämpft Peter Schneider die Erwartungen.

Klassisch und modern: Die besten Spick-Methoden

Bislang hat der Magistrat lediglich Bau- und Liegenschaftsamt gebeten, nach alternativen Standorten zu suchen. Problem: Die sogenannte Schutzzone des Flughafens (Siedlungsbeschränkung) verbietet an vielen Stellen Offenbachs einen Schulbau. Außerdem muss dort städtischer Grund liegen. Fündig wurden die Verantwortlichen im Südosten. Geht’s genauer? Waldheim, Waldheim-Süd, Mühlheimer Straße? „Nicht zum jetzigen Zeitpunkt“, heißt es, ohne konkret zu werden. Gebäude beziehungsweise Grundstück der derzeitigen Fröbelschule an der Goethestraße will die Stadt dem Vernehmen nach weiter für Schulzwecke, also als Ausweichmöglichkeit bei Engpässen an anderen Schulen, nutzen.

Die Union begrüßt in einer ersten Stellungnahme die Pläne. Es müsse allerdings die Frage gestellt werden, wie sich diese Neubaupläne auf das Schulbausanierungsprogramm auswirkten, so CDU-Fraktionsvize Roland Walter. Bürgermeister Peter Schneider hatte am Donnerstagabend im Stadtparlament zudem verkündet, der Schulentwicklungsplan sei vom hessischen Kultusministerium genehmigt worden. Dies schließe auch die Umwandlung der Ernst-Reuter-Schule in eine Integrierte Gesamtschule ein.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare