OB Schneider und GSW stellen Bauprojekt vor

Verrechnete Million

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Am Hessenring entstehen 34 neue Mietwohnungen.

Offenbach - Von einem „für Offenbach typischen Win-Win-Geschäft“ spricht OB Horst Schneider gestern bei der Vorstellung der Baupläne für die Grundstücke am Hessenring 59 und 61. In drei Jahren entstehen auf 4245 Quadratmetern 34 barrierefreie Mietwohnungen. Von Jenny Bieniek

Wenige Meter neben dem aktuellen Standort erhält das Else-Herrmann-Haus ein neues Domizil. Bauherrin ist die Gemeinnützige Siedlungswerk GmbH (GSW), die im Hafen auch das Wohn- und Geschäftshaus „Hafenarkaden“ errichtet. Mit Wohnflächen zwischen 50 und 100 Quadratmetern, Tageslichtbädern und Loggien, Balkonen oder Terrassen sollen im Wohngebiet entlang des Hessenrings vor allem Senioren, aber auch Familien und Singles heimisch werden.

8,5 Millionen Euro lässt sich die GSW das Projekt kosten. Für die Stadt bleibt konkret nicht allzu viel hängen: Vom Grundstückspreis 1, 65 Millionen Euro (390 Euro pro m²) werden 1,13 Millionen mit der Stadt verrechnet werden. Denn für den Abbruch der noch stehenden Gebäude sind 210 000 Euro veranschlagt. Hinzu kommt ein Nachlass von 918 720 Euro, den beide Seiten im Gegenzug für die Anmietung des Else-Herrmann-Saals durch die Stadt beziehungsweise im weiteren Betreiberin AWO über einen Zeitraum von 20 Jahren vereinbart haben.

Am Hessenring entstehen 34 neue Mietwohnungen.

Dieser Betrag setzt sich zusammen aus den angenommenen Netto-Mietkosten über diesen Zeitraum bei monatlich 12 Euro/m² ohne Mietanpassungsklausel plus die zusätzlich von der Stadt zu entrichtenden Heiz- und Betriebskosten von maximal 43 427,11 Euro, was den derzeitigen Kosten im Else-Herrmann-Haus entspricht.

Rechnung ist "guter Deal"

Unterm Strich bleiben der Stadt vom Grundstücksverkauf also nur 526 800 Euro übrig. Trotzdem hält OB Schneider die Rechnung „unter den gegebenen Bedingungen für einen guter Deal“. Denn: „Alles, was wir verkaufen, verschwindet im Haushaltsloch. Wir hätten keinen Spielraum zum eigenen Bau einer neuen Seniorenstätte gehabt.“ Nach Ablauf der vereinbarten 20 Jahre besteht für die Stadt die Option, die Altentagesstätte für weitere fünf Jahre zu gleichen Konditionen zu mieten.

Mit dem für die Stadt wichtigen Projekt, so Schneider, bekomme Offenbach nicht nur benötigten neuen Wohnraum, sondern auch eine „zukunftsfähige Begegnungsstätte mit deutlich niedrigeren Betriebskosten als der aktuelle freistehende Betonbau mit Einfachverglasung“. Der neue Else-Herrmann-Saal bietet Platz für bis zu 120 Personen und soll von Mietern auch für private Feiern genutzt werden können.

Ununterbrochener Betrieb der Altentagesstätte möglich

Am Hessenring entstehen 34 neue Mietwohnungen.

Die Fertigstellung in zwei Bauabschnitten sei wegen der finanziellen Mehrbelastung und der längeren Bauzeit „keinesfalls normal für einen Investor“, wie Schneider betont. Doch nur so sei ein ununterbrochener Betrieb der Altentagesstätte möglich. Die GSW als Wohnungsunternehmen in Trägerschaft der katholischen Kirche stelle sich dieser Aufgabe bewusst. Auch „weil es nicht sein kann, dass überall nur Eigentumswohnungen entstehen“, wie GSW-Geschäftsführer Armin Niedenthal betont. Man habe im Vorfeld zwar die Pläne für ein Mehrgenerationenhaus an gleicher Stelle verfolgt. „Gespräche mit der Wohngruppe aber sind gescheitert.“

In einem ersten Bauabschnitt errichtet die GSW neben dem neuen Else-Herrmann-Saal (wir berichteten) 18 Wohnungen vornehmlich für Senioren. Nach dem Umzug des Altentreffs ins neue Domizil folgt der zweite Abschnitt mit Wohneinheiten auch für Familien.

Neugestaltung am ehemaligen Hafen

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