„Haus der Rumpenheimer Vereine“

Neue Räume für die Kunst

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Daran kommen Besucher von Rumpenheim nicht vorbei: Wer die Bürgeler Straße entlangfährt, steuert direkt auf das Haus an der Landgraf-Friedrich-Straße 1 zu.

Rumpenheim - Wer aus Richtung Bürgel kommt, sieht es schon von Weitem: das Haus an der Landgraf-Friedrich-Straße 1. Seit zwei Jahren gehört das Gebäude den Stadtwerken. Nach umfangreicher Sanierung ist jetzt ein neuer Mieter eingezogen.

Somit wird es zunehmend zum „Haus der Rumpenheimer Vereine“. Das Gebäude aus dem Jahr 1802 ist Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage „Alter Ortskern“ und seit zwei Jahren im Besitz der Stadtwerke-Gruppe. Etwas länger, seit 2010, hat dort die Bürgerinitiative Rumpenheim ihr Domizil. Sie hat unter anderem den Garten hergerichtet und um ein Schachfeld bereichert. Nach dem Auszug der Bewohner wurden die Räume im 1. Stock grundlegend renoviert und vermietet an den neuen Verein „Kunst. Ort. Rumpenheim“, der unter anderem die Rumpenheimer Kunsttage organisiert.

Die Kunst-Etage wurde nun den neuen Nutzern übergeben. Der Verein möchte laut seinem Konzept dort ein Zentrum für künstlerisches Schaffen einrichten und Räume untervermieten. Auch sind Ausstellungen und andere Veranstaltungen geplant. Das prägnante Gebäude soll so auch der (Rumpenheimer) Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zuvor waren aber die Handwerker in der Landgraf-Friedrich-Straße 1. „Wir haben uns angestrengt, dem Haus etwas Gutes zu tun“, sagt Angelika Breyer, Bautechnikerin bei der Gemeinnützigen Baugesellschaft GBO. Bereits im vergangenen Jahr wurde eine Gaszentralheizung eingebaut. Für die BIR als langjähriger Mieter bedeutet das „bei Bedarf spürbar wohlig geheizte Räume“. Vorsitzender Bruno Persichilli fügt nach kurzer Pause hinzu: „Ohne Angst vor einem Einsatz der Feuerwehr.“

Wie bitte? Das alte Heizsystem sorgte bisweilen für verdächtige Gerüche im Freien. Die Abluft des Gas-Ofens ging unmittelbar in Nasenhöhe der vorbeilaufenden Leute ins Freie. Anwohner benachrichtigten deshalb mehrfach die Feuerwehr. Die rief einmal den BI-Vorsitzenden an und wartete ab, bis er ins für ihn nahe gelegene Domizil kam. Beim zweiten Mal allerdings hielten die Brandschützer die Gefahr für so groß, dass sie die Räume stürmten und dabei auch keine Rücksicht auf das Türschloss nahmen. Dann legte sie die alten Gasöfen erst mal still.

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Jetzt hängen neue Heizkörper auch unter den Sprossenfenstern im 1. Stock, die Wände haben einen frischen Anstrich. Aber nicht mit irgendeiner Farbe: Damit der alte Lehmputz der Mauern keinen Schaden nimmt, wurde hier mit Silikatfarbe gearbeitet. „Diese kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben“, erklärt Angelika Breyer, „der Putz ‚lebt‘ und braucht die Feuchtigkeit, darf aber nicht nass werden.“

Auch bei den alten Fenstern soll der Charme der Vergangenheit so weit wie möglich erhalten bleiben. Die alten Klappläden werden zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgearbeitet. Ein Sprossenfenster in der Wohnung hat rund acht Jahrzehnte unbeschadet überstanden und wird noch mit einem alten Riegel verschlossen. Dieses Relikt darf bleiben, die Scheiben werden erneuert und verkittet. Außerdem werden neue Innenfensterbänke aus geölter Buche eingebaut, passend dazu neue Bodenplanken verlegt. In der Summe investiert das Stadtwerke-Geschäftsfeld Immobilien nahezu 70.000 Euro.

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Etwa 110 Quadratmeter Fläche stehen „Kunst. Ort. Rumpenheim“ zur Verfügung, zudem ein Teil des alten Gewölbekellers. Auch den Speicher unter dem alten Dachgebälk nutzt der Verein. (mk)

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