Sogar mit Kindergarten

Neues Polizeipräsidium wird Gebäude mit optimalen Arbeitsbedingungen

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In der neuen Einsatzzentrale sollen künftig alle Notrufe sowohl aus dem Main-Kinzig-Kreis als auch aus Stadt und Kreis Offenbach eingehen.

Das Verhältnis von Zeitplan und Neubau eines Polizeipräsidiums in Offenbach war lange ein sehr kritisches. Mehr als einmal ist der angepeilte Baubeginn verschoben worden.

Offenbach - Erst sechs Jahre später als ursprünglich beabsichtigt können die Beamten Südosthessens ihr neues Domizil beziehen. Aber nun sieht es ganz danach aus, dass der Termin April 2021 eingehalten wird. „Wir liegen mit unserem Präsidiumsneubau voll im Zeitplan“, verkündet nicht ohne Stolz Polizeipräsident Roland Ullmann.

Spricht man ihn auf die aktuelle Entwicklung der Großbaustelle am Spessartring an, verhehlt er weder Optimismus noch Vorfreude: „Das neue Haus wird eines der modernsten Polizeipräsidien nicht nur in Hessen, sondern sogar in ganz Deutschland.“

Seit der feierlichen Grundsteinlegung im Sommer 2018 im Beisein von zahlreichen hochrangigen Ehrengästen geht der Bau für alle deutlich sichtbar zügig voran. Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung des Polizeipräsidiums haben die Firma Goldbeck Public Partner GmbH aus Bielefeld und ihr Investmentpartner Amber Infrastructure GmbH aus München in öffentlich-privater Partnerschaft übernommen.

Offenbach: Ein Gebäude mit optimalen Arbeitsbedingungen

Thomas Platte, der Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen, freut sich über eine gut funktionierende Partnerschaft, die sich auch im zügigen Baufortschritt zeige: „Gerade bei einer komplexen Bauaufgabe wie dem Neubau eines der modernsten Polizeipräsidien Deutschlands ist eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten entscheidend.“

Nach Ansicht von Kriminalrat Michael Schäffler, dem Leiter der eigens gebildeten „Arbeitsgruppe Neubau“, wird das Gebäude zukunftsweisende, optimale Arbeitsbedingungen bieten. Als erste Polizeibehörde in Hessen wird Offenbach eine Kindertagesstätte bekommen. Für Schäffler „ein wertvoller Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

In der neuen Einsatzzentrale sollen künftig alle Notrufe sowohl aus dem Main-Kinzig-Kreis als auch aus Stadt und Kreis Offenbach eingehen. © Goldbeck-Bau

Die Beteiligten werden nicht mit dem Kopf schüttelen, wenn man sie mit einer Mammutaufgabe mit ganz besonderen Herausforderungen betraut sieht. Insgesamt 900 Mitarbeiter sollen im Neubau modernste Arbeitsplätze vorfinden, die speziell auf die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Tätigkeit zugeschnitten sind. Derlei Abstimmungen waren eine der zentralen Aufgaben für die AG Neubau.

Offenbach: Zwingeranlage für Diensthunde, Labore und Sportanlagen

Die Palette reicht von einer zentralen Zwingeranlage für die Diensthunde, über Labore für den Erkennungsdienst beziehungsweise die Tatortgruppen bis hin zu Sport- und Fitnessanlagen für die Bediensteten. Eine Besonderheit wird auch die neue Leit- und Befehlsstelle werden. Künftig gehen alle Notrufe sowohl aus dem Main-Kinzig-Kreis als auch aus Stadt und Landkreis Offenbach direkt in der Leitstelle des neuen Präsidiums ein.

Von dieser Zentralisierung der Notrufe sollen auch die Bürger profitieren: Ziel ist, dass die Disponenten mittels eines hochmodernen, PC-gestützten Einsatzführungssystems sämtliche Streifenwagen, von Egelsbach bis in den Bergwinkel bei Schlüchtern, optimal koordinieren und einsetzen.

Der Großteil der künftigen Mitarbeiter im Polizeipräsidium wird aus 50 einzelnen Dienststellen kommen, die derzeit noch auf elf Standorte verteilt sind. Der bevorstehende Umzug dürfte eine hohe logistische Herausforderung darstellen. Schon jetzt. „Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass wir unseren Mitarbeitern einiges an zusätzlicher Arbeit abverlangen“, so Polizeipräsident Roland Ullmann abschließend. „Aber ich bin mir sicher, dass sich unsere gemeinsamen Anstrengungen zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger lohnen werden.“  

von Thomas Kirstein

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