Neues Glasfasernetz 

Schulen schneller auf der Datenautobahn unterwegs

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Derzeit verfügen Offenbachs Schulen über mehr als 3000 Endgeräte. Die Nutzung mobiler Geräte wie etwa Tablets wird zunehmen.

Offenbach - Offenbachs Schulen sollen vom nächsten Jahr an mit deutlich mehr Geschwindigkeit auf der Datenautobahn unterwegs sein.

Der EVO-Ableger Energienetze Offenbach (ENO) investiert mehr als eine halbe Million Euro in den Ausbau eines Glasfasernetzwerks für die insgesamt 28 Schulen. Die Stadt überweist dafür jährlich 177.000 Euro Miete, nur 12 400 Euro mehr als bisher schon gezahlt werden musste. Während Schüler und Lehrer bislang mittels Kupferleitungen mit bis zu 5 MBit pro Sekunde im Internet surfen konnten, stehen künftig jeder Schule 1 GB zu Verfügung.

Hinzu kommt, dass auch jene Schulen ans Netzwerk angeschlossen werden, die bisher außen vor waren. Die Ernst-Reuter-Schule, die Nebenstelle der Mathildenschule, die Außenstelle Waldhof der Schule Bieber, die Uhlandschule und die Waldschule Tempelsee erhalten einen unmittelbaren Zugang zum Netzwerk für Offenbacher Schulen.

Bereits im September soll als Pilotprojekt an den Gewerblich-technischen Schulen begonnen werden, die anderen folgen im nächsten Jahr.

Wie Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß und Schulamtsleiter Thomas Löhr gestern erläutern, ist die technische Aufrüstung wegen der gestiegen Anforderungen in den Schulen notwendig. Weiß: „Derzeit werden mehr als 3000 Endgeräte an unseren Schulen genutzt. Der Einsatz digitaler Medien nimmt ständig zu und erfordert immer höherer Bandbreiten.“ Konkret nennt der Schuldezernent den Einsatz von Lehrfilmen, die mittlerweile als Streamingdienst angeboten würden. Das sei unter den herrschenden Bedingungen nur eingeschränkt möglich. Viele Schulen verzichteten deshalb mitunter auf den Einsatz digitaler Medien.

Dabei wird die Ausstattung etwa mit Tablets – jede Schule verfügt laut Löhr seit dem vergangenen Jahr über mindestens 16 Geräte – als ausreichend angesehen. Der Schulamtsleiter prognostiziert zugleich, dass die Nutzung privater Smartphones für den Unterricht wohl zunehmen werde. An den Schulen, wo die Geräte im Unterricht meist noch verboten seien, müsse dann ein Umdenken einsetzen.

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Dass der Einsatz digitaler Medien sinnvoll ist, bestätigt Laura Straub, Lehrerin und IT-Beauftragte an der Wilhelmschule. Schon in der ersten Klasse fange man damit an, in der vierten seien einige Schüler schon fitter am Computer als die Lehrer. „Die Kinder werden somit schon in der Grundschule handlungsfähig für die Zukunft gemacht“, so Straub. Doch aus sie berichtet von den derzeit noch herrschenden Mängeln. Die Leitungen seien instabil, Verbindungen zum Internet aufzubauen, dauere oft zu lange, insbesondere jüngere Schüler könnten die Geduld nicht immer aufbringen.

Das neue Glasfasernetzwerk soll die Basis für den weiteren Ausbau der IT-Landschaft an den Schulen bilden. So sind die Installation von W-LAN, der Austausch stationärer PC und die Anschaffung zusätzliche mobiler Endgeräte vorgesehen. Stemmen will man das mit Förderprogrammen. Weiß und Löhr hoffen dabei insbesondere auf Zusagen, die 2017 von der damaligen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) gemacht wurden. Sie versprach den Schulen fünf Milliarden Euro für die IT-Ausstattung. „Davon ist bei uns noch nichts angekommen“, sagt Löhr. (mad)

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