Rundgang durchs Hafenviertel

Noch rau, aber inspirierend

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Zwei Dutzend Neugierige unternahmen eine von Natascha Okon und Birgit Ruwe von der Offenbacher Stadtinformation begleitete Tour durchs Hafenviertel. 

Offenbach - Das Leben ist immer im Fluss – in Offenbach zieht es an den Main. Bei einer Tour durchs Hafenviertel haben sich 24 Neugierige vom Fortschritt auf einer der größten Baustellen der Region überzeugt.  Von Harald H. Richter 

„Wir produzieren heute ein Video, Sie können gern hereinkommen und zuschauen!“ Die Einladung von Jugendtrainer Bernd Hackfort ist eigentlich gar nicht Gegenstand im Programm der Gruppe bei ihrem Rundgang durchs Hafenviertel, sondern wird – dem Zufall geschuldet – spontan ausgesprochen.

Drinnen in der Halle des Boxclubs Nordend Offenbach drehen junge Talente mit Rapper Mourad Amakran gerade einen Musikclip, in dem es um fairen Sportsgeist und Integration geht. Demnächst soll er auf YouTube zu sehen sein. Und nun drängen sich rings um die Kampfzone ganz unerwartet als Statisten zwei Dutzend Besucher, die sich nicht unbedingt der klassischen Zuschauerklientel zurechnen würden, aber am Ende nach Ertönen der Ringglocke freundlich applaudieren. Ohnehin nehmen sie alles mit, was ihnen an diesem Nachmittag auf so informative wie unterhaltsame Weise gezeigt und erläutert wird.

24 Interessierte besichtigten das Viertel

Bis zum Sommer laden Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) und Stadtinformation an vier Samstagen zu Rundgängen durchs Hafenquartier ein. Damit wollen sie die Wandlung von einem industriell geprägten Standort zu einem attraktiven Ort zeigen, an dem es sich schon heute zu wohnen und in naher Zukunft auch zu arbeiten, zu lernen und auszugehen lohnt. Noch ist das Umfeld geprägt von eher rauem Charakter. Aber im Ansatz lässt sich bereits erkennen, dass dort ein inspirierendes Viertel für bis zu 4000 Menschen entsteht.

Zur Premiere der Veranstaltungsreihe haben die Stadtbegleiterinnen Natascha Okon und Birgit Ruwe am Startpunkt Hafentreppe 24 Interessenten um sich versammelt. In der Mehrzahl sind es Neugierige aus Offenbach, etliche kommen aber auch aus Frankfurt, und mit Peter Sieling aus Heikendorf bei Kiel ist ein echtes Nordlicht dabei, dem das Leben am Wasser wirklich nicht fremd ist. „Es hat mich interessiert zu sehen, was sich hier aus einstiger Industriehafenkultur neu entwickelt“, sagt der 49-Jährige, der momentan seine Mutter in der Lederstadt besucht. Und nicht nur er wirft staunende Blicke auf den beachtlichen Baufortschritt.

Alles zum Neubaugebiet Hafen lesen Sie im Stadtgespräch

Die Gruppe flaniert über die angelegte Bootspromenade, auf der ein paar Jugendliche in der Sonne chillen. Weiter geht’s zum oberen Molenpark. Danach nehmen die Teilnehmer die Riegelbebauung der ABG auf der Hafeninsel in Augenschein und lassen sich die Entwicklungspläne der drei ausgewiesenen Quartiere erläutern: Hafengold und Saint-Gobain, Quartierszentrum, Schule und Kita, Hafen 2 und schließlich Hellas-Bootshaus.

Interessiert hört Christiane Hartmann, dass eine Kelkheimer Projektgesellschaft im mittleren Teil des Eilands ein modernes Gesundheits- und Dienstleistungszentrum errichten will. Dieses Vorhaben markiert den Kern des zweiten Bauabschnitts auf der Hafeninsel, die im Westen über eine Autobrücke und im Mittelteil über eine Fußgängerüberquerung nahe der Marina zu erreichen sein wird. „Vielleicht wäre das ein zukunftsträchtiger Standort für meine Homöopathie-Praxis“, überlegt die Heilpraktikerin aus Bürgel und notiert sich, dass sie mit der Gesellschaft alsbald Kontakt aufnehmen will.

Weitere Termine im Mai, Juni und Juli

Die Stadtbegleiterinnen führen die Gruppe unterdessen vorbei am Hafengarten, in dem es bereits unübersehbar grünt und blüht. An diesem Nachmittag herrscht obendrein emsige Geschäftigkeit, da sich zahlreiche Freiwillige eingefunden haben, um Paletten-Möbel für die Gemeinschaftsfläche vor dem Waggon entstehen zu lassen und diese so zu gestalten, dass sie zum Anlaufpunkt wird (dazu weiterer Text).

Nach gut anderthalb Stunden endet die spannende Erkundungstour dort, wo die Pommes Frites noch Kartoffelstäbchen heißen und Erholung Suchende am Mainufer die bereitgestellten Liegestühle in Position rücken, um diesen Frühlingsnachmittag auf entspannte Weise zu genießen – am Hafen 2, dem Wasser so nah.

Nächste Termine: 10. Mai, 14. Juni, 5. Juli, jeweils 15.30 Uhr, Treffpunkt Mainturm an der Hafentreppe

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