Ausverkaufte Vorstellung

Neujahrsvarieté begeistert Publikum im Capitol-Theater mit Koffern, Ringen und Humor

Akrobatische Höchstleistungen zeigte das Duo „Inspiration“ aus Russland und der Ukraine.
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Akrobatische Höchstleistungen zeigte das Duo „Inspiration“ aus Russland und der Ukraine.

Das neue Jahr ist zwar schon ein paar Tage alt - trotzdem ist es nicht zu spät für ein rauschendes Neujahrsvarieté in Offenbach.

Offenbach – Auf der Spielfläche des Capitol-Theaters zeigen Künstler, was sie können – von Jonglage bis zu Schattenspielen. Zu Beginn zwängen sich Henry Camus und Gaby Schmutz durch den geschlossenen Vorhang und versuchen gleichzeitig, das Publikum zu begrüßen – zu dessen großer Erheiterung. Als Comedy-Duo „Full House“ stehen sie seit beinahe 20 Jahren zusammen auf der Bühne und liefern sich witzige Wortgefechte, nerven sich gegenseitig – und führen die Gäste nebenbei durchs Abendprogramm.

„Falls Sie es noch nicht gemerkt haben, das ist auch meine Ehefrau“, verrät Henry Camus. Die Rollenverteilung, kindischer Ehemann und genervte Ehefrau, zieht sich als roter Faden durch ihre Zwischenauftritte. Der gebürtige US-Amerikaner und die Schweizerin geben ein ungleiches Paar ab, harmonisieren aber auch perfekt. „Ich komme aus New York City“, erklärt Henry Camus mit seinem amerikanisch-schweizerischen Deutsch, „der City that never sleeps. Dafür kommt sie…“ – er deutet auf seine Ehefrau – „aus der Schweiz, a land that never wakes up!“

Sieben verschiedene künstlerische Nummern erlebt das Publikum an diesem Abend, organisiert von Varieté-Scout Harry Thyssen und der Stadt Offenbach. Den Anfang macht die Artistin „Schattentraum“ mit einer Produktion des Theaters „Anu“ aus Berlin. Geschickt platzierte Lichtquellen ermöglichen es ihr, mithilfe ihres Körpers eine Schatten-Geschichte zu erzählen, die so wirkt, als seien noch drei andere Künstler gleichzeitig auf der Bühne.

Antje Pode jongliert mit Händen, Füßen und ungewöhnlichen Requisiten.

Für offene Münder sorgt auch Antje Pode, die nicht nur mit drei Koffern auf Händen und Füßen gleichzeitig jonglieren kann, sondern auch an einem Stoffseil in schwindelerregenden Höhen Atemberaubendes darbietet. Ein besonderer Höhepunkt des Abends gelingt der Weltmeisterin im „Cyr-Wheel“, einem Ring aus Stahl mit fast zwei Metern Durchmesser.

Mit Eindrücken aus ihrer Weltmeisterschaftskür zeigt Carmen Lück Kunststücke mit einem 20 Kilo Stahlring, die bei ihr kinderleicht aussehen.

Auch Markus Furtner mit seinen jonglierenden „Devil Sticks“ zu lateinamerikanischer Musik und das Duo „Inspiration“ aus Russland und der Ukraine begeistern das Publikum mit akrobatischen Höchstleistungen.

Carmen Lück beeindruckt am „Cyr-Wheel“.

Den krönenden Abschluss des Galaabends bildet das Duo „Living Flags“, zwei Kraftakrobatiker und mehrfache deutsche Meister im Teamgym-Turnen, die ihrem Namen alle Ehre machen. Als ob es keine Schwerkraft gäbe, zeigen Alexander Neppl und Jonas Dürrbeck Figuren an einer Vertikalstange, die sie tatsächlich aussehen lassen wie gehisste Flaggen – bei völliger Windstille.

VON ANNALENA BARNICKEL

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