Mit einem Hammer

Neun Monate Haft für Attacke aufs Amtsgericht

+

Offenbach - Neues Urteil für die 74. 000 Euro teure Hammerattacke auf die Fassade des Offenbacher Amtsgerichts im Oktober 2011: Nachdem das Amtsgericht ihn im vergangenen Jahr zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt hatte, muss der Dietzenbacher Arne F. nun nur noch neun Monate hinter Gitter.

Das entschied die 8. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt gestern in einer Berufungsverhandlung. Obwohl sich der 63-jährige Dietzenbacher seit Jahrzehnten von Polizei und Justiz verfolgt fühlt und bislang seine Prozesse immer als Bühne verstand, auf der er sich als angebliches Justizopfer darstellen konnte, hielt er es gestern nicht für nötig, zum zweiten Verhandlungstag persönlich zu erscheinen. Er fehlte unentschuldigt.

Lesen Sie dazu auch:

Öffentlichkeit um jeden Preis

Richter Lothar Happel fällte das Urteil in seiner Abwesenheit, was in einer Berufungssache nach Strafprozessordnung möglich ist. Die geringer ausfallende Strafe ist der Einschätzung geschuldet, dass das Gericht die Sachbeschädigung nur noch als einfach anstatt gemeinschädlich wertet. Gegen das Urteil kann F., dem Gutachter einen „Querulantenwahn“ bescheinigt hatten, Revision einlegen. Sie zielt auf Fehler im Verfahren ab, wird vom OLG geprüft und bei Billigung erneut an das Landgericht zurückverwiesen.

Wird der gestrige Richterspruch indes rechtskräftig, kann sich für Arne F. der Gefängnisaufenthalt noch um ein Jahr verlängern: Denn der Dietzenbacher stand während der Tat unter Bewährung und muss dann eventuell ein früheres Urteil mit absitzen.

gel

Mehr zum Thema

Kommentare