OB-Kandidat darf sich über etliche Empfehlungen freuen

Nicht nur Tansania steht hinter Freier

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Offenbach - Vor der Stichwahl am 24. September sortieren sich die Unterstützer-Bataillone neu. Die Gruppierungen der in Runde eins ausgeschiedenen Kandidaten geben Wahlempfehlungen aus, ebenso Polit-Vereinigungen, die keine eigenen Bewerber aufgeboten hatten. Von Thomas Kirstein 

Quantitativ zusammenfassen lässt sich: Die fremden Truppen scharen sich hinter dem CDU-Mann Peter Freier, der am vergangenen Sonntag ein unerwartet enttäuschendes Ergebnis von nur 28,4 % hinnehmen musste. 43,3 % holte sein jetziger Stichwahl-Konkurrent Felix Schwenke (SPD), der dem gebürtigen Bürgeler auch den 2011 gegen Oberbürgermeister Horst Schneider gehaltenen Heimat-Stadtteil entriss.

Bei der Aufholjagd unterstützen wollen Freier weiterhin die Freidemokraten; die Partner in der Tansania-Koalition haben schon zum 10. September Anzeigen für ihren Favoriten geschaltet. Für den Stadtkämmerer sprachen sich gestern auch die Freien Wähler aus. „Die regierende und stabile Koalition aus CDU, Grüne, FDP und FW muss mit einem Oberbürgermeister aus eigenen Reihen gestützt werden“, sagt Fraktionschef Ulrich Stenger. Die FW bekenne sich erst jetzt, da jedes Mitglied sich zwischen Freier und dem Grünen Peter Schneider (14,2 %) entscheiden sollte. Gleichwohl finden sich FW-Vorstandsmitglieder wie Gerlinde und Jürgen Lassig in der Unterstützerliste von Felix Schwenke.

Die Grünen haben sich noch nicht offiziell festgelegt. Führende Mitglieder lassen aber kaum Zweifel daran, dass sie es als Vorteil ansähen, wenn der künftige OB aus den Reihen der eigenen Koalition käme.

Inzwischen trifft Freier auch der Zuspruch der AfD. OB-Kandidatin Christin Thüne (5,3 %) schwenkt um und hat Felix Schwenke die frühere Gunst entzogen – weil der sich als SPD-Vorsitzender nicht von Jusos distanziere, die sie für Angriffe auf AfD-Stände verantwortlich macht.

Einen weiteren Unterstützer findet Freier im Kandidaten des sich für Migranten stark machenden Forums Neues Offenbach (FNO). Muhsin Senol (3,3 %), dem Verbindungen zu Erdogans Regierungspartei AKP nachgesagt werden, ruft im Namen seiner Vereinigung seine „Wähler und alle Unentschlossenen“ zur Wahl von Peter Freier auf: Ein CDU-OB hätte es einfacher, Beschlüsse durchzusetzen und sich bei der Landesregierung Gehör zu verschaffen.

Die Piraten, deren einzig verbliebener Stadtverordneter bei der CDU hospitiert, werden wohl neutral bleiben. Kandidat Helge Herget (1,9 %) will lediglich Wahlprüfsteine vorlegen und ansonsten vorschlagen, dem Motto „Denk selbst!“ zu folgen.

Bilder: OB-Wahl in Offenbach

SPD-Bewerber Felix Schwenke ist im Vergleich zu Freier weitgehend auf sich und seine SPD gestellt. Nur die Linke mit Kandidatin Elke Kreiss (3,7 %) empfiehlt ihn ihren Wählern. Für die Genossen ist das kein Problem. SPD-Fraktionschef Andreas Schneider sieht „eine breite Unterstützung für Schwenke in unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus“.

Wer die beiden verbliebenen Kandidaten in direkter Konfrontation erleben möchte, notiert sich den Termin für unser „Duell“ in der Stadthalle Offenbach: 19. September, 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr, Eintritt frei).

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