Oberbürgermeister-Direktwahl

Horst Schneider will wohl noch einmal kandidieren

Offenbach - Als Oberbürgermeister Horst Schneider in seiner Heimatstadt zu seiner weiteren Karriere- beziehungsweise Lebensplanung befragt wurde, gab er sich ausweichend. Im Gespräch mit Kollegen aus der Stadt, zu der er demonstrativ beste Kontakte pflegt, wird er deutlicher. Von Thomas Kirstein

Juni 2012: OB Schneider führt Parteifreund Schwenke ins Stadtrats-Amt ein.

Offenbar hat ihn die aktuelle Koalitions-Entwicklung, bei der seine SPD wohl draußen ist, bewogen, sozusagen von Frankfurt aus seinen Hut in den Offenbacher Ring zu werfen. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte der 64-Jährige, er überlege ernsthaft, sich ein weiteres Mal der Oberbürgermeister-Direktwahl zu stellen. Denn wenn er noch einmal antrete, sei es für andere schwer, einen Kandidaten zu finden, „der einen OB mit so viel Erfahrung schlägt“. Die zweite Amtszeit Schneiders, der 2006 seinem in die Finanzwirtschaft abgewanderten Genossen Gerhard Grandke folgte, endet 2018, an die Offenbacher Urnen geht’s im Herbst 2017.

Der Amtsinhaber ist damit der erste, der offen mögliche Ansprüche anmeldet. Unter den Grünen, die nicht mehr mit der SPD, sondern lieber mit CDU, FDP und Freien Wählern paktieren wollen, gilt Bürgermeister Peter Schneider als potentieller OB-Kandidat. Bei der CDU steht bislang unwiderrufen die Versicherung des Parteichefs Stefan Grüttner im Raum, der 2011 unterlegene Fraktionschef Peter Freier solle es ein weiteres Mal versuchen.

Horst Schneiders SPD hat noch nichts diesbezügliches beschlossen. Kein Geheimnis ist freilich, dass es ihr der oft eigenwillige OB in vielerlei Beziehung nicht leicht gemacht hat. Seine Selbst-Nominierung via Frankfurt kommt nun insofern überraschend, als SPD-Parteichef Felix Schwenke fast schon wie der designierte Kronprinz wirkte. Der – im Fall des sich abzeichnenden Bündnisses von der Abwahl bedrohte – Stadtkämmerer, Ordnungs- und Sozialdezernent schien sich zudem demonstrativ und mit entschiedenem Auftreten als Nachfolger in Stellung zu bringen.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Nun sagt Felix Schwenke, dass jeder Schritt zwischen ihm und Horst Schneider abgesprochen sei. Angesichts der sonstigen Aussichten für die SPD sei es höchst erfreulich, dass man zwei Personen aufbieten könne, die aus Sicht der Partei und der Wähler grundsätzlich als OB-Kandidaten geeignet seien: Er selbst habe bei der Kommunalwahl das beste Ergebnis aller Bewerber eingefahren und bekomme bestätigt, als Dezernent ordentliche Arbeit zu machen; Genosse Schneider sei ein amtierender und erfreulicherweise nicht amtsmüder OB, den die Bevölkerung akzeptiere. Eines werde es jedoch dank Absprache definitiv nicht geben, sagte der Unterbezirksvorsitzende: einen Nominierungs-Parteitag, bei dem Felix Schwenke gegen Horst Schneider antreten werde.

Rubriklistenbild: © Georg

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