Bürgerbüro Offenbach

Stufe vier soll Durchbruch bringen: Online-Zulassung von Fahrzeugen in Offenbach ist noch kompliziert

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So funktioniert es: Bürgerbüro-Chefin Martina Fuchs (links) und Sachgebietsleiterin Sandra Sobisch erläutern die einzelnen Schritte zur Online-Zulassung. Unerlässlich: Ein Personalausweis mit Online-Funktion und die Ausweis-App2 auf dem Smartphone.

Das Service-Angebot des Bürgerbüros gibt es seit Oktober des vergangenen Jahres, genutzt hat es bisher: niemand. Die Rede ist von der Möglichkeit, Fahrzeuge online zuzulassen.

Offenbach – Dabei ist Offenbach eine von wenigen Städten in Deutschland, die das Verfahren überhaupt anbieten.

Antwort auf die Frage, warum die Offenbacher so zögerlich sind, gibt möglicherweise das Verfahren, das bundesweit einheitlich und noch ziemlich kompliziert ist.

Wer ein Fahrzeug bequem vom eigenen Mobilgerät aus und ohne Behördengang zulassen möchte, braucht nämlich zunächst einmal einen neueren Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion samt der dazugehörigen staatlichen Ausweis-App2 auf seinem Smartphone. Wobei Smartphone nicht gleich Smartphone ist. Besitzer von i-Phones, deren Geräte älter als Version 7 sind, schauen in die Röhre, auf ihren Mobilteilen läuft die App nicht. Wer alle diese Hürden überwunden hat, muss jetzt nur noch ein Auto zulassen wollen, welches nach dem 1. Januar 2015 vom Band gelaufen ist. Denn erst seit diesem Datum haben die Fahrzeuge Brief und Schein, welche den benötigten verdeckten und im Fall des Falles freizurubbelnden Sicherheitscode haben.

Kein Wunder also, dass bei einem solchen bürokratischen Aufwand der Zuspruch ausbleibt? Bürgerbüro-Chefin Martin Fuchs differenziert: Natürlich sei die vom Bund vorangetriebene internetbasierte Fahrzeugzulassung, das sogenannte i-Kfz, noch mit Hürden verbunden. Die größte Hürde, die Verwendung eines Lesegeräts zur Identifizierung, sei aber mittlerweile genommen. Hoffnungen setzt sie zum einen auf die fortschreitende Technik bei den Nutzern und zum anderen auf die vierte Stufe des bundesweiten Projekts. Die soll noch in diesem Jahr gezündet werden mit der Möglichkeit, dass auch Unternehmen das Angebot nutzen können. Bislang ist es dank der Identifizierung mittels Perso auf Private beschränkt und „die Firma Hyundai oder die Stadtwerke Offenbach haben nun mal keinen Personalausweis“, merkt Martina Fuchs an. Sie geht davon aus, dass der erweiterte Nutzerkreis den Durchbruch bringen wird.

Im Übrigen, sagt die Amtsleiterin, sei i-Kfz für die Stadtverwaltung schon deshalb kein Flop, weil im Zuge des seit sieben Jahren laufenden Projekts die digitale Bezahlfunktion eingeführt worden sei. Martina Fuchs: „Das wird mittlerweile beim Anwohner-Parken ebenso genutzt wie bei der Ausstellung von Geburtsurkunden oder Meldebescheinigungen.“

Dass Fahrzeughalter noch die Finger vom Online--Angebot lassen, könnte auch damit zusammenhängen, dass es via Internet teurer ist als direkt in der Zulassungsstelle: So beträgt die Gebühr für die Zulassung 27,90 statt 27 Euro und die Umschreibung in einen anderen Zulassungsbezirk 28,20 statt 27 Euro.

Während sich die Zulassung von Fahrzeugen online noch keiner Beliebtheit erfreut, ist bei anderen Verfahren schon mal ein Anfang gemacht. Wie Sandra Sobisch, Sachgebietsleiterin im Bürgerbüro, berichtet, wurden seit Oktober 2019 zwölf Fahrzeuge via Internet außer Betrieb gesetzt. Wie sehr die Zeit für das neue Angebot spielt, belegen weitere Zahlen, die Sandra Sobisch präsentiert: Unter den rund 70 000 Autos, die in Offenbach registriert sind, befinden sich 24 000 Neuzulassungen, die über Dokumente mit Sicherheitscode verfügen.

Zum Online-Angebot des Bürgerbüros rund um die Zulassung kommt man über die städtische Internetseite. Unter der Rubrik „Rathaus &Service“ gelangt man zu „Online-Rathaus“. Dort findet sich der Unterpunkt „KFZ-Zulassungsportal“. Dort kann dann der gewünschte Service ausgewählt werden.

VON MATTHIAS DAHMER

Infos:

offenbach.de

In Offenbach wird über die Folgen des AWO-Skandals diskutiert. Beim politischen Aschermittwoch wurde Transparenz gefordert. 

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