Ostersonntag im Wetterpark

Warum ist der April launisch?

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Wenn Waltraud Bütorf (links) anschaulich erklärt, sind Wetterphänomene wie der Luftdruck keine Geheimnisse mehr.

Offenbach - Familienausflug einmal anders: Beim Ostersonntag im Wetterpark auf dem Buchhügel sind Staunen und Aha-Momente inbegriffen. Von Harald H. Richter

„Wer weiß denn, welche Naturelemente es gibt?“, will Waltraud Bütof wissen. Die Erwachsenen, die sich beim blauen Container vorm eingezäunten Messfeld des Wetterparks eingefunden haben, lassen die Kinder darüber nachdenken. Alisa, Dilava, Ela, Nicholas und Rifat liefern Antworten: Sonne und Erde, Wasser und Luft. Die 59-jährige Wetterbeobachterin, die beruflich am Frankfurter Flughafen tätig ist, nickt zustimmend.

Auf Initiative der Offenbacher Stadtinformation erzählt sie auf dem Buchhügel von Wetterphänomenen und deren Ursachen, hat kleine Experimente vorbereitet und verrät, was es mit dem launischen April auf sich hat: „Im Frühjahr erwärmt sich die Luft über Südeuropa und Afrika wegen der unterschiedlichen Intensität der Sonnenstrahlung schneller als über Nordeuropa und dem Meer. Dadurch entsteht ein großes Temperaturgefälle.“ Da sich die Grenze im April gerade über Mitteleuropa befinde, komme es zu einem ständigen Wetterwechsel in Folge der Vermischung trockener Luft aus dem Süden mit kalter feuchter Luft aus dem Norden.

So entstehen Wolken

„Diese wird auf dem Festland erwärmt und steigt auf, dabei entstehen Wolken“, erläutert Waltraud Bütorf. In höheren Luftschichten befinde sich jedoch die warme Luft aus dem Süden, die sinke daraufhin ab, erwärme sich weiter und löse Wolken wieder auf. „So entsteht das typische Aprilwetter mit kurzen Schauern, kräftigem Wind und wolkenfreien Tagen.“

Bei Sonnenschein und lauem Lüftchen liefert der Ostersonntagsausflug den Teilnehmern dieser gut zweistündigen Tour manche Erkenntnis über Temperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Windrichtung, Wolkenhöhe und Luftfeuchte. Einiges lässt sich auf der elektronischen Anzeigentafel am Container ablesen, anderes bedarf fachkundiger Beschreibung.

Neben Messgeräten wie Windsack oder Anemometer gibt es etliche Ausstellungsstücke zu sehen: Am „Blitzbaum“ kann Waltraud Bütof erklären, wie ein Gewitter entsteht; an einem dreimal drei Meter großen Würfel wird anschaulich, wie schwer die Luft auf menschlichen Schultern lastet, obwohl man es gar nicht bemerkt.

Führung durch den Wetterpark

Die Kinder staunen, auch den Erwachsenen bescheren die Ausführungen Aha-Momente. Die jüngsten Besucher folgen ihrem Bewegungsdrang und toben übers weitläufige Gelände. Dort muss schon in der Frühe der Osterhase unterwegs gewesen sein. Im hohen Gras, unter Bäumen und Büschen sowie am Fuße des Aussichtsturms hat er 70 bunte Wetterpark-Buttons versteckt, die es zu finden gilt.

Symbole geben Aufschluss darüber, wofür man sie eintauschen darf: Regentropfen stehen für kleine Wasserpistolen, Schneeflocken für kandierte Erdnüsse, und – als wohl begehrteste Osterüberraschung – eine leuchtend-gelbe Sonne für eine Mini-Wetterstation. So schwärmen die Mädchen und Jungen aus, das Team Nicholas und Rifat muss sich am Ende aber freundschaftlich darauf einigen, wer den Hauptgewinn mit nach Hause nehmen darf. Zum Naschen gibt es für alle etwas, denn jedes Kind bekommt ein reich gefülltes Osternest. Und demzufolge gilt Goethes Vers: „Zufrieden jauchzet Groß und Klein, hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“

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