Bundesweite Studie: Viele Fragen zur Mobilität

Ist OVB-Flotte für Offenbacher eine Alternative zum Auto?

Offenbach - Der Krankenpfleger hat es aufgegeben: In den sogenannten Randzeiten fährt der Bus am Wochenende so ungünstig, dass er viel zu spät zum morgendlichen Sana-Dienst erscheinen würde. Also steigt er ins Auto.

Ist die OVB-Flotte für die Offenbacher eine Alternative zum eigenen Auto?

Und der große Rest? Wer fährt wann und vor allem wie? Dem Mobilitätsverhalten der Bevölkerung auf der Spur ist die Stadt Offenbach im nächsten Jahr. Der Magistrat hat beschlossen, sich an der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland – MiD 2016“ zu beteiligen. Sie wird zum dritten Mal nach 2002 und 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bundesweit in etwa 30.000 Haushalten erhoben. Hessenweit werden etwa 2500 Haushalte befragt, in Offenbach sollen 550 Stichproben zusätzlich erhoben werden, um statistisch signifikante Erkenntnisse und Daten für künftige Planungsvorhaben zu erlangen. Dafür beteiligt sich die Stadt mit einem verhältnismäßig geringen Beitrag von gut 30.000 Euro.

Laut Horst Schneider profitiert die Stadt von einem wissenschaftlich fundierten Befragungskonzept. „Wir müssen durch unsere Teilnahme keine eigenen Entwicklungs- und Planungskosten tragen, die bei einer solchen Befragung in der Regel erheblich sind. Stattdessen müssen wir nur die Mehrkosten zahlen, die durch die zusätzlichen Befragungen und Auswertungen in Offenbach entstehen. Das spart uns sehr viel Geld“, so der Oberbürgermeister. Darüber hinaus gewinnen die Planer objektive wissenschaftliche Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Städten im Bundesgebiet. Da sich die Stadt schon in der Vergangenheit an dieser Mobilitätsstudie beteiligt hat, können spezifische Entwicklungen abgebildet werden.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Die Erhebung wird durch das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) in einem Methodenmix zwischen telefonischen, schriftlichen und Online-Interviews ausgeführt. Nach der Stichprobenziehung Ende dieses Jahres folgen die Befragungen nach gegenwärtigem Stand der Planung von April bis Juni 2016. Im Mittelpunkt der statistischen Erhebungen stehen diese Fragen:

  • Wie wirkt sich die zunehmende Motorisierung der privaten Haushalte aus?
  • Welchen Stellenwert haben angesichts der unbestritten wichtigen Funktion des Autos andere Verkehrsmittel?
  • Sind alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen mobil?
  • Welche Anhaltspunkte ergeben sich für die Gestaltung und Vermarktung von Mobilitätsangeboten wie beispielsweise ÖPNV-Angebot und Tarifgestaltung?

mk

Rubriklistenbild: © Monika Müller/OVB

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