OVB haben Vertragskündigung zu verkraften

Weniger Arbeit in der Werkstatt

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Die blauen Busse der Frankfurter Verkehrsgesellschaft werden künftig nicht mehr an der Offenbacher Hebestraße gewartet.

Offenbach - Verlust für die Offenbacher Verkehrsbetriebe  (OVB): Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt  (VGF) hat ihre Verträge über Werkstatt- und Disponentenleistungen mit den Offenbachern zum Ende des Jahres gekündigt. Von Matthias Dahmer 

Wie OVB-Sprecherin Christine Wüst mitteilt, fallen damit an der Hebestraße künftig die Wartung von 26 Frankfurter Bussen sowie die von Offenbach aus erfolgte Einteilung von 75 Fahrern im Frankfurter Osten weg. Welche – vor allen Dingen finanziellen – Auswirkungen das auf die OVB haben wird, vermochte die Sprecherin noch nicht zu sagen. Die Vertragskündigung liege erst einige Tage zurück. Bis zur nächsten OVB-Aufsichtsratssitzung im September werde ein Konzept zur Neuorganisation der Werkstatt-Tätigkeiten erstellt, so Christine Wüst. Darüber, ob möglicherweise Wartungsarbeiten für Fahrzeuge anderer Gesellschaften aus dem Stadtkonzern, etwa dem ESO, übernommen werden, wollte sie nicht spekulieren.

Relativ unproblematisch dürfte der Wegfall der Fahrer-Einteilung sein: Darum habe sich bei den OVB ein Disponent gekümmert, „und der wird nicht gefeuert“, sagt die Sprecherin. Unberührt von der Kündigung dieser Verträge bleiben laut Wüst die Kooperationen mit der VGF auf anderen Feldern. So arbeite man etwa beim Einkauf von Diesel für die Busse sowie bei der Fahrerausbildung nach wie vor zusammen.

Neuordnung ist erforderlich

Die Vertragskündigungen sind dem Umstand geschuldet, dass auch die Frankfurter Einbußen hinnehmen mussten. Das VGF-Tochterunternehmen ICB hatte im Februar die Ausschreibung für das Frankfurter Bus-Linienbündel B an die DB Busverkehr Hessen verloren, womit die Hälfte des Geschäfts wegbrach. In der Folge wurde ICB mit Busleistungen der VGF betraut. „Diese Entwicklung macht eine Neuordnung des Busbetriebs bei der VGF erforderlich, in deren Rahmen die Beendigung der Kooperation mit der OVB dazu beitragen soll, Werkstattleistungen im eigenen Haus zu halten beziehungsweise dorthin zurückzuholen“, sagt VGF-Sprecherin Karola Brack. Nach beinahe zehn Jahren hervorragender Zusammenarbeit mit den OVB, so die Sprecherin, werde es unabhängig von den Vertragskündigungen weiterhin eine nachbarschaftliche und kooperative Zusammenarbeit geben.

Die VGF war bis zum Ende des Jahres 2009 mit 49 Prozent an den Offenbacher Verkehrsbetrieben beteiligt; und mit deren Muttergesellschaft, den Stadtwerken Offenbach Holding, zusammen wiederum mit ebenfalls 49 Prozent an der Main Mobil Offenbach GmbH. Von diesen Beteiligungen haben sich die Frankfurter vor dem Hintergrund der Direktvergabe der Schienenverkehrsleistungen dann getrennt. Gleichwohl blieben die Kooperationen auf den genannten Gebieten bestehen.

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Die Offenbacher Verkehrsbetriebe verfügen derzeit über 59 Busse. Sie betreiben neun Linien – zwei von ihnen (120 und 103) bedienen auch Orte außerhalb des Stadtgebiets. Zusammen mit dem Schwesterunternehmen Main Mobil Offenbach werden jährlich 12,5 Millionen Fahrgäste befördert.

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