Stadt sucht Gespräch

Beschluss über Ausweitung der Anwohnerparkplätze in Offenbach gefällt – „Parkdruck ist groß“

Rund ums Ketteler-Krankenhaus stellen die dortigen Mitarbeiter ihre Autos während ihrer Schicht ab.
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Rund ums Ketteler-Krankenhaus stellen die dortigen Mitarbeiter ihre Autos während ihrer Schicht ab.

In Offenbach fällt die Entscheidung zur Ausweitung der Bewohnerparkbezirke. Doch die Umsetzung soll noch dauern.

  • In Offenbach sollen Anwohnerparkplätze erweitert werden.
  • Pendler und besonders Arbeitnehmer im Ketteler-Krankenhaus halten dagegen.
  • Die Stadt will mit der Umsetzung der Pläne bis nach einem klärenden Gespräch warten.

Offenbach - Wie berichtet, rief die Ankündigung, etwa rund um das Ketteler-Krankenhaus das Parken einzuschränken, massive Kritik bei den Klinik-Angestellten hervor. Der Sturm war so heftig, dass Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß schon Mitte der Woche vorsichtig zurückruderte und mehr Sensibilität bei der Ausweisung gelobte. Kurz vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung wurde dann ein Ergänzungsantrag der Tansania-Koalition verteilt, wonach der Magistrat mit der Umsetzung der Ausweitung so lange warten soll, bis „mit dem Ketteler-Krankenhaus die Parkraumproblematik diskutiert wurde“. Dieser Antrag wurde dann auch – bei einer Enthaltung – einstimmig zugestimmt.

Offenbach: Stadt sucht nach einer Lösung mit Ketteler-Klinik

Die Ketteler-Beschäftigten haben damit noch einmal einen Aufschub bekommen. Stadtrat Weiß sagt, dass er am Mittwoch einen Gesprächstermin mit der Klinik-Leitung hatte und man nun gemeinsam nach einer Lösung suchen wolle. So wird auch der von der Klinik vorgeschlagene Mitarbeiterparkplatz auf einer Fläche am Buchhügel geprüft.

„Der Parkdruck ist groß in dem Gebiet“, sagt Weiß, aber dennoch wolle man schauen, dass im öffentlichen Raum Plätze für die Ketteler-Mitarbeiter bereitgehalten werden. „Wir wollen das elastisch angehen“, so Weiß. An die Vorgabe, dass nur 30 Prozent der Plätze in den auszuweisenden Gebieten frei verfügbar seien, müsse man sich nicht sklavisch halten. „Es ist denkbar, dass der Prozentsatz in manchen Straßen höher ist“ – und somit mehr Plätze für Pendler zur Verfügung stünden.

Parken in Offenbach: Auch am Dreieich-Park sind Probleme vorprogrammiert

Mehr Augenmaß beim Einrichten des Anwohnerparkens mahnte die SPD an. Deren Antrag nach einem wesentlich moderateren Vorgehen wurde jedoch von der Tansania-Koalition abgelehnt. Dabei wies Holger Hinkel von der SPD gleich auf ein weiteres Problemfeld bei der Ausweitung neben dem Klinik-Gebiet hin: Auch rund um den Dreieich-Park werde es zu Konflikten kommen, da sich das Gebiet in den kommenden Jahren verändern werde.

Wie berichtet, wird, sobald das Polizeipräsidium umgezogen ist, an dessen Stelle die private Erasmus-Schule einen großzügigen Neubau errichten. Da jetzt schon für die Lehrer des benachbarten Leibniz-Gymnasiums nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen und diese im gesamten Viertel parken, ist bei einer weiteren Schule ein höherer Parkdruck leicht vorhersehbar. „Schlechtes Timing“, befand Hinkel und riet, dass die Stadt besser mit der Ausweisung der Parkbezirke dort warten solle, bis die Schule gebaut und man die Situation einschätzen könne – doch dafür fand sich keine Mehrheit.

Nach alternativen Parkmöglichkeiten in Offenbach wird gesucht

Wie problematisch die Situation im Westend ist, zeigen auch Zuschriften und Anrufe von Lesern: Diese weisen darauf hin, dass laut Plan Bereiche der Brandsborn- oder Robert-Koch-Straße im Gegensatz zu benachbarten Straßen nicht für Bewohnerparken vorgesehen sind. „Dass es dann mehr Verkehr in den nicht ausgewiesenen Straßen gibt, ist doch vorhersehbar“, sagt etwa Anwohner Karsten Becker.

Schon jetzt gebe es teils viele Dauerparker, aber auch Lehrer der Leibnizschule würden hier ihre Autos abstellen. Eine Möglichkeit zur Entzerrung sieht der Anwohner in der Öffnung des Sana-Parkhauses für Pendler zu einem günstigen Tarif. Die IHK hat zudem Gewerbetreibende im Blick und fordert die Stadt auf, etwa Gewerbe-Parkausweise, wie in anderen Städten praktiziert, für Offenbach zu prüfen.

Für die wegfallenden Park-and-Ride-Plätze nahe der S-Bahn-Station Ost hofft Weiß, dass die ab März wieder geöffnete Hebestraße zumindest teilweise einen Ersatz für Pendler bietet. (Von Frank Sommer)

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