Sieben-Millionen-Angebot

Stadt will ehemalige Mercedes-Areale kaufen

Offenbach - Ende 2016 hat Mercedes-Benz den angestammten Filialsitz an der Daimlerstraße verlassen, um einen Neubau auf Frankfurts Kaiserlei-Teil zu beziehen. Das alte, 4,2 Hektar große Grundstück ist nun auf dem Immobilienmarkt. Jetzt will sich die Stadt das Areal sichern. Von Thomas Kirstein 

Wie aus einer unserer Zeitung zugespielten Vorlage des Magistrats für den nicht-öffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung hervorgeht, soll die Stadtwerke-Holding zwei Liegenschaften an der Daimlerstraße 27 und 31 sowie an der Benzstraße 33 erwerben. Ein bereits am 15. November unter Vorbehalt gemachtes Angebot an die Grundstücksverwaltungsgesellschaft beläuft sich auf etwa sieben Millionen Euro. Dieses Geschäft möge nun das Stadtparlament absegnen, beantragt der Magistrat. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke, die den Bodenerwerb aus Eigenmitteln finanzieren wollen, hat bereits sein Plazet dazu gegeben.

Vor einigen Wochen gab es Hinweise, dass die Deutsche Post an dem verkehrstechnisch gut angebundenen Mercedes-Areal interessiert sei, um dorthin seine Paketverteilstation von der Marienstraße zu verlagern. Die Daimlerstraße sei einer von mehreren möglichen Standorten, hieß es bei der PostTochter DHL. Oberbürgermeister Horst Schneider hatte sich davon wenig begeistert gezeigt. „Gewerbe schon, aber nicht unbedingt die Logistik-Branche“, hatte sich der Verwaltungschef zur Zukunft des Geländes geäußert.

In der Begründung der Magistrats-Vorlage heißt es, der mögliche Ankauf diene der „strategischen Sicherung von Schlüsselgrundstücken in wichtigen Gewerbelagen“.

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Der Weggang der Mercedes-Niederlassung habe für Offenbach negative Auswirkungen; er eröffne der Stadt aber auch die Chance, „hier zukunftsweisend neue Gewerbeunternehmen anzusiedeln“. Durch den Kauf der dortigen Liegenschaften könnten Flächenreserven vorgehalten und „je nach Bedarf als Wertanlage bewahrt, weiterentwickelt oder wiederveräußert werden“. An dem kleineren Grundstück an der Benzstraße ist bereits der städtische Dienstleister ESO interessiert. Er kann die 5500 Quadratmeter gut für das Abstellen von Fahrzeugen, Containern oder das Lagern von Schüttgut gebrauchen.

Stimmen die Stadtverordneten zu, werden weitere Kaufpreisverhandlungen geführt. Zu den bisher genannten sieben Millionen kämen noch Grunderwerbssteuer und Notarkosten hinzu. Die Angebotssumme beruht zunächst auf dem Bodenrichtwert für diese Lage, der sich auf 195 Euro je Quadratmeter beläuft. Tatsächlich soll aber weniger gezahlt werden, je 160 Euro für die 36.510 Quadratmeter der beiden Grundstücke an der Daimlerstraße, 185 Euro für den Quadratmeter an der Benzstraße. Die Reduzierung verdankt sich dem Sanierungsrisiko, das vollständig vom Käufer zu tragen wäre.

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Es sei laut Gutachten mit nicht unerheblichen Kosten beim Abriss der Gebäude zu rechnen; Teile könnten Schadstoffe wie Asbest oder PCB enthalten. Zudem wurde ein vorsorglicher Abschlag für mögliche zusätzliche Erschließungskosten eingerechnet.

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