Unterschiedliche Gründe

Pfusch hat teure Folgen: Kosten für Sanierung der Kita steigen

Sünden der Vergangenheit, erst jetzt entdeckt, verteuern und verlängern die Kita-Sanierung in der Johannes-Morhart-Straße.
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Sünden der Vergangenheit, erst jetzt entdeckt, verteuern und verlängern die Kita-Sanierung in der Johannes-Morhart-Straße.

Pfusch in Offenbach hat teure Folgen: Die Kosten für Sanierung einer Kita steigen.

Offenbach – Drei Vorlagen aus dem Dezernat von Bau- und Planungsstadtrat Paul-Gerhard Weiß in Offenbach lassen beträchtliche Mehrkosten für Schulerweiterung und Kindergartenneubau beziehungsweise -sanierung befürchten.

Addiert scheinen mehr als zwei Millionen Euro zusätzlich notwendig zu werden; tatsächlich aber verdankt sich mehr als die Hälfte davon einer rein buchhalterischen Umbuchung.

Offenbach: Sünden aus der Vergangenheit werden teuer: Kita-Sanierung steigt

Sehr konkret teurer wird es allerdings in der Johannes-Morhart-Straße – wegen Sünden der Vergangenheit: Die annähernde Verdoppelung der Baukosten für die Gesamtsanierung der Kindertagesstätte 16 von 600.000 auf 1,1 Millionen Euro geht zu Lasten von Pfusch bei deren Errichtung in den 80er Jahren. Haftbar zu machen ist dafür heute niemand mehr, bedauert Stadtrat Weiß.

Wie die von der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft beauftragten Fachleute nach Abschluss der Rohbauarbeiten festgestellt haben, fehlen im Sockelbereich Bauwerksabdichtungen gegen Feuchtigkeit, wie sie auch den Standards von vor gut 30 Jahren entsprechend hätten vorhanden sein müssen. Um zu heilen, was bewusst oder fahrlässig versäumt wurde, muss nun nicht nur der gesamte Estrich im Parterre rausgeklopft, sondern auch die vorgehängte Klinkerfassade entfernt und neu aufgebaut werden, da sie für die Arbeiten unten nicht technisch abzufangen ist.

Offenbach: Fördergelder stehen auf der Kippe

Das kostet nicht nur beträchtlich Geld, sondern auch Zeit. Was sich fatal auswirken könnte: Weil der vom Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes (KIP) vorgegebene Fertigstellungstermin Ende 2020 nicht eingehalten werden kann, stehen Fördergelder auf der Kippe. Die Stadt habe jedoch bereits eine mögliche Vorgehensweise zur Minimierung von Verlusten geklärt, teilt Stadtrat Weiß mit: Dachsanierung, Innenausbau und Haustechnik werden so erledigt, dass zum kritischen Zeitpunkt eine „theoretische Nutzbarkeit“ hergestellt und abgerechnet werden kann.

Nicht in der Vergangenheit, sondern in der gegenwärtigen Konjunktur begründet sind Mehrkosten in Bieber-Nord. „Klassenraummodule“ für das Baugebiet sind nicht mehr für den Preis zu haben, den sich die Stadt vorgestellt hatte. Die sechs Unterrichtscontainer werden bis 2022 1,52 Millionen und nicht, wie vorgesehen, 1,27 Millionen Euro gekostet haben. Stadtrat Weiß hatte gehofft, dass sich der Markt beruhigen würde und die Auftragsvergabe um ein Jahr verschoben, nachdem die Angebote auf eine erste Ausschreibung zwischen 63 und 137 Prozent über der veranschlagten Summe gelegen hatten. Er entschied sich für eine zweite Ausschreibung – die einzige Reaktion darauf liegt „nur“ 42 Prozent darüber und erhält den Zuschlag.

Offenbach: Stadt muss mehr Geld investieren

Bei dem dicksten Brocken, den sich Dezernent Weiß von den Stadtverordneten absegnen lassen will, handelt es sich größtenteils um die Erhöhung einer Verpflichtungsermächtigung. Die Komplettsumme für Gesamtsanierung und Neubauten der Kita 3 in der Rödernstraße wird anders auf die nächsten Jahre verteilt.

Wie Weiß dazu erläutert, ist es notwendig, den ursprünglich für 2020 vorgesehenen Anteil von 1,76 Millionen um 1,31 Millionen zu erhöhen, um einem Generalunternehmer den Auftrag erteilen zu können. Dessen Angebot für den teilweisen Abbruch des Bestandsgebäudes und einen Neubau beläuft sich auf 3,275 Millionen. Auch das muss bis Ende 2020 über die Bühne gehen, damit kein KIP-Geld verloren geht.

Jedoch wird die Kita Rödernstraße auch real teurer. Sie auf Raum für sieben Kindergartengruppen auszulegen, wird 6,6 Millionen verschlingen, 470. 000 Euro mehr als geplant. Schuld seien auch hier die allgemeinen Steigerungen im Bausektor, erläutert Paul-Gerhard Weiß.

VON THOMAS KIRSTEIN

Die Pläne für den Neubau der Grundschule Bieber-Nord in Offenbach werden konkreter: Wie die Stadt mitteilt, soll er als erstes öffentliches Gebäude Offenbachs mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW) des lokalen Energieversorgers EVO ausgestattet werden.

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