Fünf OB-Kandidaten stellten sich Wählerfragen und -kritik

Picknick mit Politikern

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Diskussion vorm Natur-Idyll: Die OB-Kandidaten (v.r.) Peter Freier, Helge Herget, Elke Kreiss, Peter Schneider und Felix Schwenke sind der Einladung der Siedlergemeinschaft Tempelsee gefolgt und haben sich mit potenziellen Wählern unterhalten.

Offenbach - Politik, das heißt auch, sich eine Meinung zu bilden. Gelegenheit dazu hatten gestern Vormittag Bürger bei einem Frühschoppen am Tempelsee-Weiher. Dort boten sich fünf OB-Kandidaten zum Gespräch an. Und schluckten auch die ein oder andere Kritik-Kröte. Von Sarah Neder 

Bierzeltgarnituren stehen im knöchelhohen Gras. Jemand hat darauf frische Schnittblumen in Vasen gestellt, bunte Kissen liegen auf den Bänken, im Hintergrund liegt still der Tempelsee-Weiher. Doch die idyllische Atmosphäre täuscht. An diesem Sonntagvormittag steht Diskussion auf dem Programm.

Um bei der Meinungsbildung für die im September anstehende OB-Wahl nachzuhelfen, hat die Siedlergemeinschaft fünf Kandidaten in ihr Kleinod geladen. Felix Schwenke (SPD), Peter Schneider (Grüne), Peter Freier (CDU), Helge Herget (Piraten) und Elke Kreiss (Die Linke) sind dieser Einladung gefolgt, stellen sich Fragen und Kritik.

Was zunächst wie ein gemütliches Picknick mit Politikern aussieht, ist an mancher Stelle eher eine knallharte Konfrontation. An einem Biertisch wird CDU-Mann Peter Freier von sechs potenziellen Wählern gelöchert. Die Brücke am Hainbach sei marode. „Wieso tut die Stadt dort nichts?“ Außerdem fehlten dort Mülleimer. „Hat das keiner im Blick?“

An einem Stehtisch dahinter hat sich Bürgermeister Peter Schneider postiert. Daneben steht Felix Schwenke. In kleinen Gruppen wandern die Besucher von Kandidat zu Kandidat, manche Siedler haben sich fast schon akribisch auf das Gespräch vorbereitet, lesen ihre handnotierten Fragen von Zetteln ab.

Gertrud Marx, die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, verdeutlicht: Tempelsee sei keine Insel der Glückseligkeit. Besonders der Fluglärm bilde ein Riesenproblem für die Anwohner. Doch das Interesse der Tempelseer beschränkt sich nicht nur auf ihren Stadtteil. Kaiserlei- und Marktplatzumbau sind Themen, die gestern oft zur Sprache kommen. Ebenfalls heiß diskutiert: die Absage des Bierfestes. Gertrud Marx, die für die SPD im Stadtparlament sitzt, schildert das Ziel des politischen Picknicks: „Die Leute sollen sensibilisiert werden – es gibt so viele, die nicht wissen, wann die Wahl ist und wer sich dafür aufgestellt hat.“ An diesem Vormittag können die Siedler Gesichter und Standpunkte kennenlernen. Das soll letztlich auch den Gang zur Wahlurne erleichtern. „Die Menschen sollen sich beteiligen“, fordert Marx ganz parteiunabhängig.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Grob lässt sich die Beliebtheit der Kandidaten schon gestern erkennen. Gefragteste Gesprächspartner sind Felix Schwenke und Peter Freier, dicht gefolgt von Peter Schneider, der als Ordnungsdezernent von vielen auf die Müllproblematik in Offenbach angesprochen wird. Helge Herget und Elke Kreiss scheinen nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zu erregen, hier und dort plaudern sie jedoch mit Besuchern.

Wer die Berichterstattung unserer Zeitung verfolgt, dem fällt auf, dass zwei Parteivertreter in der Runde fehlen: Muhsin Senol für das Forum Neues Offenbach und Christin Thüne für die AfD. Sie hat erst gar keine Einladung bekommen. „Das habe ich aus Prinzip nicht gemacht, weil ich dieser Partei keine Plattform geben will“, sagt Gertrud Marx entschlossen.

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