Polizei warnt

Erpressung mit intimen Aufnahmen: So schützen Sie sich vor der neuen Masche

Die Polizei warnt vor perfiden Erpressern im Internet. Bei der neuen Masche werden intime Aufnahmen von Opfern gemacht.

  • Ein 18-Jähriger aus Offenbach wird Opfer einer neuen Betrugsmasche.
  • Opfer werden online mit privaten Videoaufnahmen erpresst.
  • Die Polizei in Offenbach erklärt, wie die Täter vorgehen und wie man sich schützt.

Offenbach - Die Polizei warnt vor einer neuen Methode der Erpressung im Internet. Ein 18-Jähriger aus Offenbach wurde am Montag (10.08.2020) Opfer dieser Masche. Bei einem Videochat zeigte er sich teilweise nackt, sein Chatpartner nahm alles auf. Anschließend wurden von ihm 2.800 Euro gefordert, sonst würden die Aufnahmen veröffentlicht. Das Opfer reagierte jedoch genau richtig - es ging nicht auf die Erpressung ein, sondern erstattete sofort Anzeige bei der Polizei.

Sextortion“ wird der Vorgang genannt, wie die Polizei mitteilt. Der Begriff setzt sich aus den englischen Worten für Sex und Erpressung („extortion“) zusammen. Eine fremde Person nimmt, meist über ein soziales Netzwerk, Kontakt mit dem Opfer auf. Sie versuchen, die Kommunikation möglichst schnell auf einen Videoanruf zu lenken. Das Ziel der Person ist, das Opfer dazu zu überreden, sich vor seiner Webcam auszuziehen und zu befriedigen.

Die Polizei warnt vor „Sextortion“ - Erpressung mit höchst privaten Aufnahmen

So funktioniert die neue Erpressungsmasche „Sextortion“

Das intime Handeln wird vom Erpresser aufgenommen. Anschließend wird in einer E-Mail gedroht, die Aufnahme zu veröffentlichen, falls ein bestimmter Geldbetrag nicht gezahlt wird. Vor allem Männer würden „Sextortion“ zum Opfer fallen, so die Polizei. Die Erpresser seien oft in Banden organisiert und würden aus dem Ausland operieren oder sogenannte Bots benutzen, um automatisierte Erpresserschreiben zu senden.

In einer etwas anderen Methode verschicken die Erpresser E-Mails, in denen sie behaupten, Sexvideos vom Opfer zu besitzen. Diese E-Mails gehen oft völlig ungezielt raus und werden dabei als Spam verschickt.

Die Polizei rät zu folgenden Maßnahmen, um „Sextortion" nicht zum Opfer zu fallen:

  • Keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen annehmen.
  • Account- und Privatsphäreeinstellungen regelmäßig prüfen.
  • Vorsicht davor, persönliche Daten preiszugeben.
  • Verdecken Sie die Kamera bei Beginn des Gesprächs.
  • Screenshots machen und Chatverläufe sichern.
  • Virensoftware aktualisieren.

Offenbach: Polizei gibt Ratschläge für Opfer von „Sextortion“

Sollte man wie der junge Mann aus Offenbach dennoch zum Opfer der Masche im Internet werden, empfiehlt die Polizei, sofort folgendes zu unternehmen:

  • Unter keinen Umständen Geld überweisen.
  • Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Den Betreiber der Seite kontaktieren, auf der die Aufnahmen hochgeladen wurden.
  • Kontakt zur Chatperson abbrechen - nicht auf Nachrichten reagieren.

Rubriklistenbild: © dpa/ Silas Stein

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