Ein schlechter Tag für Trick- und Taschendiebe

Offenbach - Meldungen von Taschen- und Trickdiebstählen gehören zum Alltag in der Pressestelle der Polizei. In der Regel enden sie mit dem Aufruf an eventuelle Zeugen, sich zu melden, um bei der Suche nach dem Täter zu helfen. Von Matthias Dahmer

Gestern nun berichteten die Ordnungshüter gleich von einer ganzen Reihe von Fällen, die sich am Montag ereigneten und zum Teil gleich aufgeklärt werden konnten. Im Einzelnen:

- Der Detektiv eines Geschäfts im Ringcenter schnappte gegen 17.30 Uhr vier Frauen, die einer 91-Jährigen den Weg versperrten, die Geldbörse aus deren Gehhilfe nahmen und danach die Flucht ergriffen. Die Polizei nahm die Bulgarinnen im Alter von 18, 24, 25 und 39 Jahren dann fest. Da alle vier in Deutschland keinen festen Wohnsitz haben, musste jede nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen eine Sicherheitsleistung bezahlen, um wieder auf freien Fuß zu gelangen. Das gestohlene Portemonnaie hatten die Täterinnen auf der Flucht weggeworfen, es wurde gefunden und der 91-Jährigen wieder ausgehändigt.

- Auch bei einem Trickbetrug, der sich gegen 12.45 Uhr in einer Wohnung an der Bieberer Straße ereignete, dürfte der Täter ermittelt sein. Wie die betroffene 71-Jährige mitteilte, führte sie zur Mittagszeit ihren Hund aus, als sie von einem Italiener angesprochen wurde. Der Mann gab vor, dass man sich von früher kenne und er Kleidung für die Frau habe. Daraufhin ging die gutgläubige Offenbacherin mit dem Fremden in ihre Wohnung, wo sie Kleidungsstücke erhielt. Der Italiener fragte nach Geld, weil er schnell zum Flughafen müsse – die Rentnerin gab dem Mann 250 Euro und stellte erst später fest, dass sie für viel Geld Ramsch erhalten hatte.

Da sich die Betrogene jedoch das Autokennzeichen des Italieners gemerkt hatte, kamen die Polizisten dem Mann schnell auf die Schliche: Es handelt sich um einen 35-Jährigen aus Frankfurt, der noch für weitere Trickbetrügereien verantwortlich sein soll.

- Erste Hinweise liegen zu zwei weiteren Trickdiebstählen vor, die nach der gleichen Masche verübt wurden: Ein etwa 40 bis 50 Jahre alter und schlanker Mann klingelte gegen 14.10 Uhr in der Bismarckstraße und stellte sich der 80-jährigen Mieterin als Heizungsableser vor. Er wolle die Heizungen kontrollieren, da die Kosten wohl zu hoch seien. Gerne ließ die Seniorin den nur 1,55 bis 1,60 Meter kleinen Dunkelhaarigen daraufhin in die Wohnung. Der „Handwerker“ legte ein Gerät in die Küche und bat die Rentnerin, es hinsichtlich von Farbänderungen zu beobachten, während er die Heizkörper prüfe. Zuvor fragte er noch nach den Ablagen des Schmucks, da Gold und Silber die Ursache für einen zu hohen Verbrauch sein könnten. Erst, als der Mann schon weg war, bemerkte die 80-Jährige, dass aus einer Vitrine im Wohnzimmer zwei Geldbörsen samt Inhalt gestohlen worden waren.

Unter gleichem Vorwand gelangte ein noch Unbekannter nur 20 Minuten später in eine Wohnung an der Hermann-Steinhäuser-Straße. Als der „Ableser“ nach den Aufbewahrungsorten des Schmuckes fragte, wurde die 77-jährige Mieterin misstrauisch und der Täter verließ ohne Beute die Wohnung. Es dürfte sich um den selben Mann gehandelt haben. In beiden Fällen bittet die Kripo unter Tel: 069 8098 1234 um weitere Hinweise.

- Einem 45-Jährigen, der seit dem 5. Oktober wegen eines in Dietzenbach begangenen Trickdiebstahls in Untersuchungshaft sitzt, werden mittlerweile drei weitere derartige Taten zugeordnet. Die Ermittler werfen ihm zusätzlich vor, trotz einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe, Geldbörsen von zumeist Seniorinnen in Geschäften in Offenbach und Mühlheim gestohlen zu haben. Zusätzlich werden dem Mann zwei Ladendiebstähle zur Last gelegt. Für alle diese Taten muss der 45-Jährige sich voraussichtlich alsbald vor Gericht verantworten.

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