Neues Präsidium soll 2018 fertig sein

Polizei macht den Weg frei

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Das Areal der Garagen und Flachbauten in zweiter Reihe an der Frankfurter Straße (Höhe Ledermuseum), die derzeit noch von der Polizei genutzt werden, ist für weiteren Wohnungsbau im Zuge des Luisenhof-Projekts vorgesehen. Dessen fertiggestellter erster Abschnitt mit mehr als 100 Wohnungen ist hinten im Bild zu sehen.

Offenbach - Geht es um den vom Land geplanten Neubau des Polizeipräsidiums auf dem Buchhügel, klammert man sich in Offenbach mittlerweile an jeden Strohhalm. Von Matthias Dahmer 

Ein solcher bietet sich derzeit in Form eines Erlasses des Hessischen Innenministeriums vom Dezember an, der indes nur mittelbar mit dem lang ersehnten Millionenprojekt für die Ordnungshüter zu tun hat: Mit Verweis auf diesen Erlass verkündete Oberbürgermeister Horst Schneider beim jüngsten Spatenstich im Hafen, dass die Polizei ihre Liegenschaft an der Frankfurter Straße in Höhe des Ledermuseum bis spätestens 1. Juni 2016 räumt.

Deshalb davon auszugehen, dass damit endlich ein verbindliches Datum für das Bauprojekt Polizeipräsidium am Buchhügel feststeht, wäre indes falsch. Zwar sollen die Ordnungshüter von der Frankfurter ebenso wie ihre Kollegen im derzeitigen Präsidium an der Geleitsstraße dorthin umziehen. Doch ist für die bislang an der Frankfurter Straße angesiedelte Polizei zunächst eine Interimslösung vorgesehen: Wie zu hören war, ist für sie das Gelände der Bereitschaftspolizei in Mühlheim als vorübergehendes Domizil auserkoren worden.

Keine Bestätigung aus Wiesbaden

In Wiesbaden mag man das so noch nicht bestätigen: „Hinsichtlich der Liegenschaft Frankfurter Straße 83 prüft die Polizei gemeinsam mit dem Hessischen Immobilienmanagement derzeit Interimsunterbringungsmöglichkeiten in bestehenden Polizeiliegenschaften. Sollte die Prüfung positiv verlaufen, wird ein Auszug Mitte 2016 angestrebt“, sagte gestern Moritz Josten, stellvertretender Pressesprecher im Hessischen Finanzministerium.

Was den Stand der Dinge beim ÖPP-Projekt neues Polizeipräsidium angeht, kann der Ministeriumssprecher noch keinen Vollzug vermelden. Immerhin: Die Verhandlungen mit den verbliebenen Bietern würden gut verlaufen. Der Zuschlag sei für Ende September 2015 geplant, der Baubeginn werde dann voraussichtlich Anfang Januar 2016 sein, der Einzug sei für das Jahr 2018 angepeilt, so Josten.

Für die Stadt Offenbach beziehungsweise die Stadtwerke Offenbach Holding geht damit mindestens bis Ende des Jahres das Warten auf zehn Millionen Euro weiter. Zwecks Freiräumung des Geländes auf dem Buchhügel war man vor etwa vier Jahren mit diesem Betrag in Vorlage getreten.

Diebesgut: Ausstellung der Polizei

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Früher profitieren könnte aber die Stadtentwicklung: Mit dem Wegzug der Polizei vom Innenstadtgelände, wo einst Polizeifahrzeuge gewartet wurden und derzeit unter anderem noch Verwaltung untergebracht ist, wird Platz geschaffen für den zweiten Bauabschnitt des großen innerstädtischen Wohnprojekts Luisenhof. Nachdem die gleichnamige Projektgesellschaft, hinter der Firmen des Frankfurter Unternehmers Claus Wisser stehen, bereits 104 Einheiten zwischen Bahnhof-, Luisen- und Frankfurter Straße hochgezogen hat, sollen westlich davon weitere 57 Wohnungen im zweiten Bauabschnitt und nochmal 34 in einem dritten entstehen. Wobei für letztere auch die Zollverwaltung ihr Gelände unmittelbar gegenüber dem Ledermuseum freimachen müsste.

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