Stadthaus

Diskussion um Präsenz: Polizeireviere in der Offenbacher City sollen dichtgemacht werden 

Offenbach: Polizeireviere in der Stadt sollen dichtgemacht werden 
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Schneller als vielen Offenbachern lieb sein dürfte, machen aber auch die beiden Innenstadt-Reviere dicht. 

Wie viel Polizei braucht die Innenstadt? Auf jeden Fall nicht viel weniger als bisher, meint die Offenbacher SPD und blickt sorgenvoll auf das Vorhaben des Landes Hessen, im Zuge des Präsidiumsneubaus am Buchhügel die beiden Innenstadt-Reviere in der Berliner Straße und am Mathildenplatz zu schließen. 

  • In Offenbach schließen die beiden Polizeireviere in der City
  • Polizei zieht sich nicht aus der Innenstadt zurück
  • Das sind die Pläne 

Offenbach - Nachdem sich die Polizei in jüngster Vergangenheit zu den Rückzugsplänen teilweise bedeckt gehalten hatte, wird sie mittlerweile konkret: Die beiden City-Reviere werden dichtgemacht, dazu die Außenstelle in der Schumannstraße. Sie finden Platz in einem „Großstadtrevier“ im Neubau, wie Polizeisprecher Henry Faltin mitteilt.

Zugleich versichert er: Entgegen den Befürchtungen der SPD ziehe sich die Polizei nicht aus der Innenstadt zurück. Vielmehr verbessere sie sogar ihren Bürgerservice durch eine gemeinsam von der Kommune und der Landespolizei im Stadthaus in der Berliner Straße betriebene Wache –rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Für die Besetzung der gemeinsamen Wache im Stadthaus sind laut Faltin derzeit sechs Beamte vorgesehen. Sie nähmen Anzeigen auf und seien Ansprechpartner für alle polizeilichen Belange. Hinzu kämen sogenannte Präsenzmaßnahmen wie gezielte Fuß- und Fahrzeugstreifen in der Innenstadt.

„Mindestens vier Beamte sollen rund um die Uhr die Wache besetzen, die beiden anderen versehen von Montag bis Freitag Tagdienst“, erläutert der Sprecher. Darüber hinaus werde der Freiwillige Polizeidienst, der ebenfalls im Stadthaus untergebracht ist, von der Wache koordiniert. „Die Bündelung der Personalressourcen“ ermögliche es, die Anzahl der ständig verfügbaren Streifen im Stadtgebiet noch einmal deutlich zu erhöhen.

Offenbach: Polizeipräsenz in der Innenstadt kam auf Druck der Stadt zustande

Die nun beabsichtige Polizeipräsenz in der Innenstadt, das berichten Insider, ist allerdings nur auf Druck der Stadt zustande gekommen. Ursprünglich wollten Land und Polizeipräsident Roland Ullmann lediglich einen Polizeiposten in der City belassen. Also „eine Minimalvariante mit lediglich zwei bis drei Arbeitsplätzen“, wie die Sozialdemokraten formulieren. Ein solcher Posten wäre mit der Aufnahme von Anzeigen ausgelastet gewesen und hätte kaum weitere Aufgaben für die Innenstadt übernehmen können, befürchten die Genossen. Wie Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Freier (CDU) mitteilt, ist die Stadt gegenwärtig noch in Gesprächen mit der Polizei über die künftige Stärke und Besetzung der Stadtwache mit Beamten der Landespolizei.

 „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir am Ende zu einer guten Vereinbarung zwischen Stadt und Polizei kommen. Wir messen einer starken Präsenz der Landespolizei in der Innenstadt größtes Gewicht zu und machen dies in allen Gesprächen mit dem Polizeipräsidium auch sehr deutlich“, sagt Freier. Wichtig sei, dass neben den Kräften der Stadtpolizei auch die Landespolizei eine vollwertige Präsenz in der Innenstadt an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr aufrecht erhalte.

Hierzu werde auch die Stadt ihren Beitrag leisten: „Mit der personellen Verstärkung der Stadtpolizei sind wir voraussichtlich ab Juli endlich in der Lage, die Stadtpolizei rund um die Uhr im Einsatz zu haben“, verspricht der Ordnungsdezernent. Das sei ein finanzieller Kraftakt gewesen, der zeige, welche Bedeutung für den Magistrat die Sicherheit in Offenbach habe. Freier: „Nichts anderes erwarten wir auch von der Landespolizei, insbesondere mit Blick auf die Innenstadt.“

Offenbach: Polizeireviere werden aufgelöst - noch keine konkreten Pläne für die frei werdenden Immobilien

Für die im Zuge der Revier-Auflösungen frei werdenden Immobilien gibt es laut Stadtsprecher Fabian El Cheikh noch keine konkreten Pläne. Dort würden ohnehin zunächst umfangreiche Sanierungsmaßnahmen anstehen. Die Sozialdemokraten beschränken ihre Kritik nicht allein auf die Revier-Auflösungen. Sie fordern zugleich mehr Polizisten für die wachsende Stadt. „Bald gibt es nicht nur zusätzlich das Goethequartier im Kaiserlei, sondern auch viele Wohnungen im ehemaligen Siemensgebäude und dem geplanten Wohngebiet am Ostbahnhof“, zählt die Landtagsabgeordnete Nadine Gersberg auf. 

Es sei deshalb nicht nur wichtig, dass die Polizei mit einem Revier in der Innenstadt präsent bleibe, Offenbach müsse auch mehr Landespolizisten zugewiesen bekommen. Seit mehr als 30 Jahren habe sich der Personalstamm der Offenbacher Wachen faktisch nicht geändert, trotz eines Bevölkerungswachstums von mehr als 30 000 Einwohnern. Die von der Landesregierung geplanten Personaleinstellungen könnten höchstens die anstehende Pensionierungswelle der nächsten Jahre auffangen, so Gersberg.

Polizeipräsident Roland Ullmann kann das nicht nachvollziehen. Die hessische Polizei werde von der Landesregierung mit mehr als 2200 Stellen verstärkt. Von diesem Personalzuwachs profitiere auch das Polizeipräsidium Südosthessen in den nächsten Jahren ganz erheblich. Dies komme den Dienststellen in der Stadt Offenbach zu Gute.

Von Matthias Dahmer 

Ein Mann (19) aus Egelsbach soll eine Familie aus Offenbach erpresst haben. Der Erpresser stellte sich bei der Tat wenig geschickt an, wie die Polizei in Offenbach zu berichten weiß.

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