Köstliches Blues-Menü

Preisgekröntes Projekt Bleichstraße 14H

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„Opfer“ Norbert assistiert Zauberkünstlerin Michelle beim Kartentrick, Ulrike Happel und Sabine Scholz wissen um die Fingerfertigkeit ihrer Kollegin.

Offenbach - Wenn der Offenbacher Kulturpreisträger des Jahres 1999 zu Beginn eines Jahres einlädt, ist das oft mit einem Zahlencode verbunden. „24542“ lautet er 2016 und ist ein Hinweis auf Bedeutsames, das es beim Projekt Bleichstraße 14H zu feiern gibt. Von Thomas Kirstein

Der Abend, zu dem sich mehr als hundert Freunde, Stammgäste und Förderer im Hinterhaus („H“) der Bleichstraße 14 einfinden, hat einen perspektivischen Namen: „kurzdavorFest“. Die Schauspielerinnen Ulrike Happel und Sabine Scholz, Fotograf und Vorsitzender Hans-Jürgen Herrmann, Maler Andreas Masche und Kassenwart Joachim Veit spannen dann auch nicht allzu lange auf die Folter: Das Künstlerprojekt wird demnächst 25 Jahre alt. Ein Vierteljahrhundert, das seinerzeit nur wenige dem kreativen Bund am Rande der Innenstadt zugetraut hätten, wie sich Ulrike Happel erinnert. Sie ist von Anfang an dabei, andere freie Künstler sind gegangen, die gegenwärtigen Mitstreiter hinzugekommen im Laufe der Zeit: Und genau waren das am vergangenen Freitag – siehe oben – 24 Jahre, fünf Monate, vier Wochen und zwei Tage seit der Gründung anno 1991. Richtig gefeiert wird das Silberjubiläum im Herbst, am 10. September.

Den Davor-Abend nutzen die Künstler, um auf ihre gegenwärtigen und künftigen Ausstellungen und Vorhaben aufmerksam zu machen. Maler Masche zeigt Werke in der Kettelerklinik, Fotograf Herrmann bereitet sich auf eine Schau in Frankfurt vor. In beider Ateliers bedienen sich die Gäste an Häppchen-Büffets.

Mit Riesenstimme und starker Präsenz beeindruckt „Gaststar“ Jessica Born

Ulrike Happel und Sabine Scholz treten als ihre Alter egos Gundula Ödmann und Celine Notnagel auf und weisen auf Eigenproduktionen, Gastspiele und die Kindertheaterarbeit des Jahres hin. „Zaubersternchen“ Michelle Spillner, Mitstreiterin in der Casting-Veräppelung „TOP-Sie gesucht“ (Wiederaufführungen am 19. und 20. Februar), begeistert mit einem undurchschaubaren Kartentrick. Und Günther Diehl darf auf die Aktivität des Untermieters Heinrich-Heine-Club hinweisen. Ansonsten gehören die Stunden im Theateratelier einer außergewöhnlichen Stimme und ihrer virtuosen Begleitung. In Jessica Born hat die Bleichstraße eine von Deutschlands besten Blues- und Jazzsängerinnen verpflichtet – im Timbre ihrer Stimme scheinen sich Billie Holiday und Janis Joplin zu begegnen. Die Aschaffenburgerin ist mit diversen Formationen unterschiedlicher Stilrichtungen unterwegs, Offenbach beehrt sie häufiger mit Axel Kemper-Molls „Acoustic Odyssee“.

Diesmal ist sie mit ihrem Duo-Partner Tony Osanah gekommen. Der vielschichtige Jazz-Gitarrist aus Argentinien beeindruckt auch als Sänger und Mundharmonikaspieler. In der Bleichstraße servieren beide ein ausgesprochen köstliches Menü aus Standards, Klassikern und unbekannteren Kompositionen. So wird das „kurzdavorFest“ zu einem ganz außergewöhnlichen Genuss auch für verwöhnte Ohren.

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