Radweg auf Bieberer Straße

Nur noch zwei Auto-Spuren auf Offenbacher Ausfallstraße

Bieberer Straße Autoverkehr Autos
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Ein x-beliebiger Tag an der Bieberer Straße: Blech an Blech geht’s zum Bieberer Berg. Für Autofahrer wird’s künftig noch enger, da jeweils ein Fahrstreifen wegfällt. Grund: Stadtauswärts wird ein Radfahrstreifen markiert.

Ein kurzfristig eingerichteter Radweg tauchte im Mai plötzlich in Offenbach auf. Jetzt hat die Stadtverwaltung gehandelt und plant einen festen Radstreifen.

Offenbach - Eine Pop-up-Bike-Lane, also ein kurzfristin eingerichteter Radweg, vermittelt für ein paar Stunden ein Bild davon, wie Radfahrer auf den Straßen unterwegs sein könnten, wenn Politik und Verwaltung ihnen nur den Platz dazu einräumen würden. Im Mai ist es auf der vierspurigen Waldstraße von den Aktiven des Radentscheid Offenbach demonstriert worden.

Pop-up-Bike-Lane in Offenbach: Stadtverwaltung handelt

Viele haben’s als spinnerte Utopie abgetan, Wunschdenken eben. Von wegen... Die oft als langsam eingestufte Stadtverwaltung überholt die Protagonisten sogar noch: Die Bieberer Straße erhält einen festen Radstreifen!

Die Verantwortlichen betonen es stets: Die Förderung des Radverkehrs als nachhaltige und emissionsfreie Mobilitätsform ist für sie von zentraler Bedeutung. Nachdem in Zusammenarbeit mit „hessen mobil“ die Pläne für eine Fahrstreifenkappung auf der Sprendlinger Landstraße vertragsreif sind, zieht man nun auch der östlichen Hauptverkehrsader (zur B 448) nach.

Radweg für Bieberer Straße in Offenbach

Die Bieberer Straße erhält zwischen Untere Grenzstraße bis zum Fußballstadion ein neues Gesicht: Ein einseitig geführter Radfahrstreifen wird in Richtung Bieber am Fahrbahnrand integriert.

Eine Diskussion ist hinfällig. Die Markierung startet heute. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß freut sich darüber: „Es ist schön zu sehen, dass auch auf Hauptverkehrsstraßen, je nach örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten, Platz für den Radverkehr geschaffen wird.“

Um Platz für den 1,85 Meter breiten Radfahrstreifen (gemäß Verwaltungsvorschrift zur StVO mindestens 1,50, möglichst 1,85 Meter, teils sind 2,00 empfohlen) zu schaffen, wird der Raum für Kraftfahrzeuge verringert. Heißt: Die vierspurige „Bieberer“ wird in beiden Richtungen von zwei vollwertigen Fahrstreifen auf künftig einen überbreiten je Richtung reduziert. Vom Tisch sind wohl Überlegungen, den Autos drei Spuren wechselseitig zu überlassen (morgens zwei in die Stadt, abends zwei aus der Stadt heraus).

750 Meter Radweg für Offenbacher Radfahrer

Die Markierung des einseitigen Radfahrstreifens beginnt kurz hinter dem Knotenpunkt „Bieberer Straße / Untere Grenzstraße und wird über eine Länge von gut 750 Meter bis zur der Buswendeanlage (Stadion) fortgesetzt. Im Anschluss führt der straßenbegleitende gemeinsame Fuß- und Radweg am Stadtpark Richtung Bieber.

Die Neuaufteilung ist möglich, da in den vergangenen Wochen die Fahrbahndecke aufwändig saniert wurde. „Mit dieser Maßnahme orientieren wir uns auch an dem Ziel aus dem Radverkehrskonzept, den Radverkehr in vierspurige Hauptverkehrsstraßen zu integrieren,“ sagt die Radverkehrsbeauftragte Ivonne Gerdts.

Einseitiger Radstreifen auf Offenbachs „Bieberer“

Die Führung des einseitigen Radstreifens ist bewusst stadtauswärts gewählt, da der Radverkehr bergauf Tempo verliert und aufgrund der instabileren Fahrweise mehr Platz benötigt. Ein beidseitiger Radfahrstreifen ist aufgrund des Straßenquerschnitts und der Verkehrsbelastung nicht möglich.

Um dennoch auch die Fahrt in Richtung Zentrum sicher zu ermöglichen, wird der Gehweg entlang der „Spange“ (VIP-Parkplatz Stadion) bis zur Buswendeanlage für Radler freigegeben. Von dort rollen Fahrräder über den Leonhard-Eißnert-Park entlang der neuen Radverkehrsverbindung (Bieber-Nord) abseits der Haupttangenten Richtung S-Bahn-Station Offenbach-Ost und Zentrum fahren.

Einhergehend mit der Umgestaltung der Bieberer Straße werden im Anschluss an die Deckensanierung auch lichtsignaltechnische Anpassungen nach den Planungen des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement im Referat Verkehrsplanung erfolgen. (Martin Kuhn)

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