Desaströser Zustand

Radweg in miserablem Zustand - Stadt hat einen Plan

Kraterpiste: Der von Radlern und Spaziergängern genutzte Weg am Kuhmühlgraben in Offenbach ist in miserablem Zustand.
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Kraterpiste: Der von Radlern und Spaziergängern genutzte Weg am Kuhmühlgraben in Offenbach ist in miserablem Zustand.

Es tut sich etwas auf dem arg ramponierten Geh- und Radweg entlang des Kuhmühlgrabens. Die Stadt Offenbach nimmt nun viel Geld für die Verkehrssicherung in die Hand. 

  • Der Geh- und Radweg am Kuhmühlgraben ist in miserablem Zustand
  • Nun will die Stadt Offenbach ihn verkehrssicher machen
  • Die Sanierung soll rund 100.000 Euro kosten

Offenbach – Haben die Beharrlichkeit von Gerd Glöckner und der Redaktion etwas bewirkt oder hat die Verwaltung das Problem längst auf der eigenen Agenda? Fakt ist: Es tut sich etwas auf dem arg ramponierten Geh- und Radweg entlang des Kuhmühlgrabens in Offenbach. Für etwa 100.000 Euro wird er in einen „verkehrstechnisch“ sicheren Zustand gebracht. Die holprige, aber rege frequentierte Kraterlandschaft ist demnächst passe. Nicht allein den radelnden Berufspendler Glöckner wird’s freuen.

Einer der ersten Hinweise zum desaströsen Zustand des Weges ist bereits im Herbst von Peter Freier gekommen. Der Bürgermeister nutzt radelnd die Piste abseits der Mühlheimer Straße als „angenehme, grüne Verbindung“ vom Wohnort zum Rathaus. Freier hat eine Sanierung rechtzeitig vor dem Start der Radsaison 2020 angeregt.

Miserabler Zustand: Radweg am Kuhmühlgraben in Offenbach wird saniert 

Nun hat der Stadtservice den Auftrag erhalten, den Geleitsweg zu ertüchtigen. Dieser ist als Wirtschaftsweg für Landwirtschaft und Kleingärten angelegt und verläuft parallel zur „Mühlheimer“ durchs Landschaftsschutzgebiet rund um den Kuhmühlgraben. Die Detailplanung erfolgt jetzt noch in enger Abstimmung mit dem Umweltamt. „Wegen der Lage im Landschaftsschutzgebiet dürfen wir bei der Wegertüchtigung nur spezielle Maßnahmen ergreifen“, sagt Thomas Möller, Leiter der Abteilung Straßenunterhaltung beim Stadtservice. „Wir werden den bestehenden Weg aufarbeiten und ihm zugleich ein neues Dachprofil geben, damit das Wasser abläuft und sich keine Pfützen mehr bilden, was der Haltbarkeit zugutekommen dürfte.“

Gerd Glöckners Vorschlag für einen schnell und sicher befahrbaren Radweg durch Offenbach.

Dass es nicht mehr wird, hat mit Zuständigkeiten und Befugnissen zu tun. „Wir sind für die Unterhaltung zuständig, nicht für den Neubau“, betont sein Chef, Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Walther. An dem Problem, dass dort Anlieger mit dem Auto den Weg nutzen (es sind sogenannte Andienungsflächen für Kleingärtner), könne man nichts ändern. Dort sind Löcher von Privatleuten in der Vergangenheit eher robust, denn fachmännisch verfüllt worden – teils mit zerschlagenen Backsteinen.

Radweg am Kuhmühlgraben in Offenbach: Regenwasser muss abfließen können

Die Einstufung des Kuhmühlwegs als Abschnitt eines Regionalradwegs und Teil der Regionalpark Rundroute (Werbung: „190 km Landschaftserlebnis“) machen die Befugnisse dort nicht gerade einfacher. Da ist der Regionalverband Rhein-Main ebenso involviert wie das Offenbacher Bauamt. Auf eine große Abstimmung hat Bürgermeister Peter Freier in diesem Fall verzichtet: „Wir halten uns nicht lange mit Bürokratie auf, wir machen etwas. Schließlich liegt die Verkehrssicherungspflicht bei uns. „Aber“, das vergisst er nicht zu erwähnen, „parallel arbeiten wir an einer langfristigen Lösung“.

Wie eine solche aussehen könnte, führt er gern aus. „Das ist meine ganz persönliche Meinung“, betont er ausdrücklich. Also einmal ganz abseits der politischen Mehrheiten und Befindlichkeiten. Eine Kombination aus wassergebundener Decke und Autoverkehr werde im Kuhmühlgraben immer wieder zu Komplikationen führen. „Auch wenn es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, ist zu überlegen, ob zumindest für den viel genutzten Fahrradweg etwas Dauerhaftes gefunden werden kann. Und bloß keine Verbundsteine; die wackeln irgendwann.“ Freier betont: Es gehe um einen schmalen Streifen, von dem das Regenwasser seitlich abfließen und versickern könne.

Bleibt abzuwarten, ob diese Ansicht in Offenbach mehrheitsfähig ist...

VON MARTIN KUHN

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