Offenbach von Trend nicht verschont

Die Stadt reagiert auf Komasaufen

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Offenbach - Die Zahl jugendlicher Komasäufer steigt. In 14 Bundesländern landeten nach Erhebungen der DAK-Krankenkasse vergangenes Jahr insgesamt 25.600 junge Menschen mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus.

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Hessen verzeichnete ein vergleichsweise geringes Plus von 1,3 Prozent. Offenbach blieb von diesem Trend nicht verschont. Jüngsten Zahlen zufolge wurden 2011 noch 19 Kinder und Jugendliche aus der Stadt im Alter von elf bis unter 18 Jahren in eine Klinik eingeliefert; ein Jahr später waren es 24. Zum Vergleich: Aus Darmstadt mussten 23 Kinder und Jugendliche wegen Alkoholintoxikation stationär aufgenommen werden, in Kassel 50, in Fulda 57, im Kreis Offenbach 76, in Wiesbaden 85 und in Frankfurt 133.

Um gegen diese Entwicklung anzukämpfen, setzt Offenbach im Wesentlichen auf Prävention. Denn junge Menschen, die vor dem Ausgehen „vorglühen“, sind vielen Risiken ausgesetzt: Aggressive Stimmung, Provokationen und Beleidigungen schlagen leicht in Gewalt um, besonders wenn Alkohol im Spiel ist. „Die Sucht- und Alkoholprävention ist fester Bestandteil der kommunalen Präventionsarbeit“, teilte gestern Ordnungsdezernent Felix Schwenke mit, der auch Vorsitzender des Offenbacher Präventionsrats ist.

Frank Weber vom Ordnungsamt betont: „Als Stadt bewerben wir in unseren Schulen das Workshop-Angebot des Suchthilfezentrums Wildhof zu Sucht und Alkohol. Da werden bei Jugendlichen Reflexion und Wissen zu diesem Thema gefördert.“ Seit 2010 habe man so jährlich um die 400 Offenbacher Schüler erreicht. „Dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins Sicheres Offenbach entstehen den Schulen für das Angebot keine Kosten.“

Auch beim sechsten Offenbacher Präventionstag im Herbst stand die Suchtprävention mit Hilfs- und Unterstützungsangeboten für Betroffene im Fokus. Bei den Jugendfilmtagen im Cinemaxx standen für Schüler aus Stadt und Kreis wieder die Alltagsdrogen Nikotin und Alkohol im Mittelpunkt. Festveranstalter verpflichten sich seit mehr als zwei Jahren gegenüber der Stadt zu einem besonders verantwortungsvollen Ausschank von Alkohol bei Veranstaltungen und erhalten dafür das Gütesiegel für Feste. Die Stadt beteiligt sich zudem mit dem Kreis am hessenweiten Suchtpräventionsprojekt „Hart am Limit“, Polizei und Ordnungsamt achten auch auf Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen in Gaststätten und Spielhallen.

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