Mehr Teilhabe am Arbeitsleben

Reha-Werkstatt Rejob unterstützt Menschen mit psychischer Erkrankung

Ein Teil der Mitarbeiter und Beschäftigten vor dem Eingang der Einrichtung in der Lindenstraße.
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Ein Teil der Mitarbeiter und Beschäftigten vor dem Eingang der Einrichtung in der Lindenstraße. 

Von der Decke des Arbeitsbereichs Leuchten hängt eine schlichte, weiße Designerlampe mit filigranem Schirm.

Offenbach – Darunter sitzen Tobias Loebard und seine Kollegen an einer Werkbank, um in Handarbeit aus verschiedenen Einzelteilen weitere Exemplare eben jenes über ihren Köpfen befestigten Modells anzufertigen.

Der Arbeitsbereich Leuchten im zweiten Stockwerk der Reha-Werkstatt Rejob ist nur eine der zahlreichen Stationen, die im Rahmen der Offenen Woche der Facheinrichtung zur sozialen und beruflichen Integration von Menschen mit psychischer Erkrankung besucht werden kann. Denn das 1996 errichtete Gebäude, welches zu den Werkstätten Hainbachtal gehört, hat auf seinen drei Etagen noch viele weitere Arbeitsbereiche mit abwechslungsreichen Tätigkeiten zu bieten.

Diese reichen von der Konfektionierung großer Mengen, wie dem Aufbereiten der Kopfhörer für die Lufthansa, übers Verpacken und Versenden von Einladungen oder Serienbriefen großer Unternehmen im hauseigenen Lettershop bis hin zum Büroservice oder der Klein- und Elektromontage.

„Wir sind sozusagen die verlängerte Werkstatt der Industrie“, fasst der Abteilungsleiter der Reha-Werkstatt, Roland Dörr, das breit gefächerte Aufgabengebiet zusammen.

Bis zu 80 Personen sind in der Einrichtung tätig, deren erklärtes Ziel es ist, durch die Beschäftigung und Förderung von Menschen mit psychischer Erkrankung ein marktgerechtes Angebot für Unternehmen zu schaffen.

Einblick in die Arbeit: Falko Goiny, Gruppenleiter des Arbeitsbereichs Leuchten, Mitarbeiter Tobias Loebard und Roland Dörr, Abteilungsleiter der Einrichtung (von links).

Vertreter dieser sollen sich während der mehrmals täglich stattfindenden Führungen im Rahmen der Offenen Woche einen Eindruck davon verschaffen können, „wie flexibel wir hier sind“, erzählt Dörr. „Denn auch die kurzfristige Annahme großer Aufträge ist für uns kein Problem“, fährt er fort.

Dass Rejob, was für die Rückkehr in den Job steht, jedoch nicht nur ein Name, sondern auch Programm ist, zeigt ein weiteres Angebot der Einrichtung.

„Wir versuchen die Leute wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln“, sagt Matthias Eckes. Er ist Fachkraft für berufliche Integration und unterstützt die Beschäftigten bei ihrer weiteren beruflichen Qualifizierung.

Als Verantwortlicher für das Programm Betriebsintegrierte Beschäftigung (BiB) versucht er außerdem beständig Unternehmen der freien Wirtschaft dafür zu gewinnen, psychisch erkrankten Menschen individuell betreute Praktikums- und Beschäftigungsplätze zur Verfügung zu stellen. Denn am besten könnten Vorurteile gegenüber psychisch Erkrankten in der Arbeitswelt noch immer durch den direkten und alltäglichen Kontakt am Arbeitsplatz abgebaut werden, weiß Eckes.

Weitere Infos im Internet rejob-of.de

VON JOEL SCHMIDT

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