Rätsel gelöst

Reste eines Schwimmbads

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Wo einst Schwesternschülerinnen planschten...

Offenbach - Otmar Bauer  klärt auf. Wer 33 Jahre lang im Offenbacher Stadtkrankenhaus tätig war und vor wenigen Jahren als Leiter der Betriebswerkstatt in Rente ging, muss wissen, was es mit Rätsel aufgebenden Betonresten auf dem Klinikgelände auf sich hat: Es handelt sich tatsächlich, um die Reste eines Schwimmbads.

Klinikmitarbeitern und den Kleinen des Betriebskindergartens am Starkenburgring das Schwimmen und Planschen zu ermöglichen: Das war indes nicht eigentlicher Zweck der Anlage. Was Otmar Bauer erläutert: Das sechs mal 15 Meter große Becken wurde um 1973 besonders als Wasserreservoir für die Kühlung des dieselbetriebenen Notstromaggregats des damals neugebauten Bettenhochhauses angelegt; über unterirdische Leitungen sollte Wasser herangeführt werden, falls einmal Strom- und Trinkwasserversorgung gleichzeitig ausgefallen wären. Um keinen ungenutzten Tümpel im Hof zu haben, fiel die Entscheidung, das Becken als Schwimmbad für Personal und Kindergarten zu nutzen.

Heute noch sichtbar, aber zugeschüttet ist der Abgang zu unterirdischen Räumen, welche die notwendige Technik wie Filter und Pumpen beherbergt. Vor etwa 20 Jahren – Genaueres steht noch aus – erwies sich das Becken als undicht. Und da man das Vorhalten einer Kühlwasserreserve oder eines Löschwasserteichs inzwischen als überflüssig erachtete, wurde der Badbetrieb eingestellt und das Becken verfüllt.

Wie Bauer erinnern sich viele Leser an eine gern genutzte Anlage, die aus dem offiziellen Gedächtnis verschwunden ist. Unter anderem verrieten sie, dass dieses beliebte Schwimmbad auch eine der Attraktionen des Krankenhauses gewesen sei: Konnte man von der luftigen Höhe der Café-Terrasse aus doch prima, teils mit Fernglas, den hübschen Schwesternschülerinnen beim Schwimmen zugucken... 

tk

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