Vorschlag: Quartiersparkhäuser

CDU mit Rezept gegen den Parkplatzschwund

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Wo heute die S-Bahn-Station Marktplatz ist, hielten Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre die Busse auf dem einer Brachfläche gleichenden Areal.

Offenbach - Dem „Schwund an Parkplätzen“ will Roland Walter, Vize-Chef der CDU-Fraktion, entgegenwirken. „Wir müssen daran denken, dass besonders der Einzelhandel und das Gewerbe insgesamt auf zahlungskräftige Besucher aus dem Umland angewiesen sind“, so Walter.

„Auch müssen Offenbacher Bürger wohnungsnah einen Parkplatz finden“. Walter widerspricht der vorgeblichen Zielrichtung der politischen Mehrheit in Offenbach, Besucher der Stadt durch erhöhte Parkgebühren zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. „Kaufinteressenten etwa aus dem Kreis werden kaum auf die S-Bahn umsteigen, solange die entsprechenden Linien immer noch zu oft verspätet fahren oder zu oft auch ganz ausfallen“, sagt Walter. Abgesehen davon stoße der ÖPNV in Offenbach ohnehin an seine Grenzen. Beim Busangebot habe die Stadt keine finanziellen Mittel für einen Ausbau. Und bei den S-Bahnen seien technische Kapazitätsgrenzen erreicht.

Wie Walter weiter ausführt, müsse auch daran gedacht werden, den Offenbachern selbst ausreichend Parkraum anzubieten. „Fast flächendeckend haben wir das Anwohnerparken, die Betroffenen zahlen nicht unerhebliche Gebühren, ohne das ihnen ein Parkplatz verbindlich garantiert wird.“

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Der CDU-Politiker hält es für notwendig, an geeigneten Stellen die Errichtung von Quartiersparkhäusern zu prüfen. Als einen Standort, über den schon mal nachgedacht worden sei, kann sich Walter den inzwischen wenig genutzten Busbahnhof am Hauptbahnhof vorstellen. Auch gebe es andere Orte und Stadtteile, etwa das Nordend, wo dies angebracht und notwendig erscheine. Walter: „Gerade für das Nordend wird es eng, wenn die 653 Pkw- und 16 Lkw-Stellplätze am Mainufer kostenpflichtig werden. Das neue Hafenparkhaus schaffe nicht ausreichend Abhilfe, da ein wesentlicher Teil der Plätze bereits für St. Gobain reserviert ist und nach vollständigem Bezug der Wohnungen im Hafengebiet der Parkdruck noch erheblich steigen wird.“

Roland Walter ärgert zudem, dass die Ablösegebühren für nicht gebaute Stellplätze, die in früheren Jahren zu einem großen Teil in Ersatzparkplätze geflossen seien, heute ausschließlich in den Busbetrieb und den Radwegebau gesteckt würden. „Wir sind nicht gegen die Förderung des Radverkehrs, aber eine dermaßen einseitige Verkehrspolitik löst nicht die Probleme, die durch die Behinderung des Individualverkehrs entstehen.“

mad

Parkhaustest in Offenbach (Archiv)

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