Richtfest am Mathilden-Hof

In zentraler Lage leben

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Im Neubau auf Höhe des Mathildenplatzes sollen im Juni die ersten Mieter einziehen.

Offenbach - Ältere kennen es als Gastronomie-Adresse, Jüngere als Baulücke. Künftige Offenbacher können bald die Mathildenstraße 10 als Anschrift angeben: In den zwei Neubauten des Mathilden-Hofs entstehen 17 Mietwohnungen. Gestern war Richtfest. Von Markus Terharn 

Bauherr Dr. Ludger Mentrup strahlte mit der Sonne um die Wette. Anderthalb Jahre lang hat der Investor, der aus der Vermietungsbranche kommt, nach eigenen Angaben an den Grundrissen getüftelt. Im Juni will seine Firma Immopages Real Estate mit Sitz an der Rathenaustraße den ersten Mieter im Hinterhaus begrüßen. Bis es so weit ist, hat Mentrup etwa 2,85 Millionen Euro in die Hand genommen. Als Besitzer des Nachbarhauses ist er mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut. Auf 1400 Quadratmetern Wohnfläche hat er 17 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen in einer Größe zwischen 70 und 105 Quadratmetern untergebracht. Und da Mentrup noch nach der alten Stellplatzsatzung geplant hat, gibt es 17 Pkw-Plätze in der Tiefgarage. Er rechnet damit, einige an Bewohner des Mathildenviertels vermieten zu können, da seiner Erfahrung nach nicht jeder Innenstadtbewohner ein Auto benötigt.

„Auch wenn das Ziel einer hohen Wohnqualität im Vordergrund steht“, so Mentrup, sehe das Konzept einen bezahlbaren Preis vor. Dieser soll bei etwa neun Euro pro Quadratmeter und Monat liegen – in zentraler Lage, mit Blick auf den Mathildenplatz und in unmittelbarer Nähe zu S-Bahn-Station Marktplatz und Fußgängerzone. Zuständig für die Werkplanung zeichnet Architektin Annette Schroeder von der Bürogemeinschaft Aremis an der Heinrich-Krumm-Straße.

Menschen wollen wieder in der Innenstadt wohnen

Sie hat die Wohnungen mit Wärmedämmung und Dreifachverglasung, Lüftung samt Energierückgewinnung, Fußbodenheizung und Schallschutz ausgestattet. Einbauküchen und Vollbäder sind Standard, Balkone beziehungsweise Dachterrassen sollen die Mieter und ihre Gäste ins Freie locken. Den Boden bedeckt Laminat, die Rollläden heben und senken sich elektrisch. Die Technik wartet mit Gegensprechanlage und Multimediaverkabelung auf. Im Vorderhaus gibt es einen Aufzug. Den Rohbau und die meisten anderen Gewerke hat Mentrup an Offenbacher Betriebe vergeben. Eine Ausnahme bildet die Flörsheimer Firma Ludwig Richter, die den Dachstuhl erstellt hat und deren Zimmermann-Geselle Michael Schleidt den Richtspruch vortrug.

Oberbürgermeister Horst Schneider verband mit dem Grundstück Erinnerungen an Gaststättenbesuche auf gehobenem Niveau, die er und Gattin Konstanze sich als Junglehrerehepaar geleistet hätten. Er radle täglich auf dem Weg ins Rathaus an der Mathildenstraße vorbei und freue sich, dass die lange dort klaffende Baulücke endlich geschlossen sei. Und er habe, nunmehr im neunten Jahr als Planungsdezernent und im achten Jahr als Verwaltungschef, immer vorhergesagt: „Die Menschen wollen wieder in der Innenstadt wohnen. Denn da lassen sich Arbeit, Freizeit und Kultur miteinander verbinden“, betonte das Stadtoberhaupt.

Frühlingsbilder unserer Leser (Teil 2)

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So freute Schneider sich auf Wohnungen, „wie wir sie jahrzehntelang nicht hatten in der Stadt“. Insgesamt entstünden derzeit in zentraler Lage 1500 Wohneinheiten in Offenbach, „für 3000 bis 4000 Menschen mit Einkommen“, sagte der OB mit Blick auf Hafen, Luisenhof oder Senefelderquartier. Dem Bauherrn riet er: „Sie müssen sich auf viele Frankfurter einstellen.“ Aus der Nachbarstadt kämen derzeit mehr als 50 Prozent der Zuzügler, gefolgt von Umzüglern innerhalb Offenbachs und Menschen aus dem Rest der Republik.

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