Situation an der Station Offenbach-Ost 

Spontane Gleiswechsel bei S-Bahn sorgen für Frust und Ärger - Bahn findet deutliche Worte 

Treppab, treppauf: S-Bahn-Nutzern an der Station Offenbach-Ost wird bei Gleiswechseln aufgrund der baulichen Gegebenheiten einiges abverlangt
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Treppab, treppauf: S-Bahn-Nutzern an der Station Offenbach-Ost wird bei Gleiswechseln aufgrund der baulichen Gegebenheiten einiges abverlangt

In Offenbach brauchen Pendler starke Nerven. Immer wieder wechselt die S-Bahn spontan das Gleis - nicht immer schaffen die S-Bahn-Nutzer den Wechsel schnell genug.

  • Ärger über die Situation der Station Offenbach-Ost
  • Spontane Gleiswechsel in Offenbach sorgen für Frust
  • Bahnsprecherin findet deutliche Worte  

Offenbach – Regelmäßigen Nutzern der S-Bahn-Station Offenbach-Ost dürfte die Situation bekannt vorkommen: Müssen Züge auf ein anderes Gleis in Offenbach umgeleitet werden, bekommt das der Kunden meist sehr kurzfristig und in manchen Fällen gar nicht angezeigt. In beiden Fällen sind angesichts der zu bewältigenden Treppen sportliche Fähigkeiten gefragt, welche das übliche Maß schlicht übersteigen.

Offenbach: Kurzfristige Gleiswechsel sorgen für Ärger bei Pendlern

Pendler Wolfgang W. berichtet beispielhaft: „Ich fahre werktags morgens planmäßig um 6.28 Uhr von Offenbach-Ost nach Dietzenbach-Mitte ab Gleis 2. Manchmal steht dort ein Zug Richtung Hanau, der nicht weiterkommt. Die S2 Richtung Dietzenbach wird dann auf Gleis 1 umgeleitet, das heißt, wir Passagiere müssen hinunter auf Straßenniveau und wieder hoch.“

Manchmal werde rechtzeitig Bescheid gegeben, öfter werde der Gleiswechsel in Offenbach mit Einlaufen des Zugs über die Lautsprecher bekannt gegeben, oft auch gar nicht, so der verärgerte ÖPNV-Nutzer. In den beiden letzten Fällen werde es dann sportlich für alle Beteiligten. „Doch was sollen Menschen mit Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen oder Fahrrad machen – die verpassen den Zug“, kritisiert W. zu Recht.

Offenbach: Späte Ansagen sorgen für Ärger - Aussage der Bahn nicht zufriedenstellend

Er hat wegen dieser Zustände Kontakt mit Bahn und RMV aufgenommen und darauf hingewiesen, dass das so nicht weitergehen kann. Die Antwort der Abteilung Kundenkommunikation des RMV war für W. wenig zufriedenstellend: Man habe das für die Fahrgastinformationen verantwortliche Verkehrsunternehmen, die DB Regio S-Bahn Rhein-Main, über diesen Vorfall informiert und darum gebeten, dass die Informationen – gerade bei einem kurzfristigen Gleiswechsel – verbessert werden. Man sei sich durchaus bewusst, dass Fahrgäste ihre Fahrten mit Bedacht auswählten, beispielsweise um Termine wahrnehmen zu können oder pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Hier seien ausreichende Informationen absolut notwendig.

Doch bei der DB macht man den betroffenen Kunden aus Offenbach keine Hoffnung. Unerwartet freimütig bekennt eine Sprecherin: Bei einer Störung falle die Entscheidung für einen Gleiswechsel in der Regel erst wenige Minuten vorher. Für eine Info an den RMV, der im Normalfall Änderungen via App oder Anzeigetafel an die Kunden weitergebe, bleibe da keine Zeit.

Offenbach: Bahnsprecherin findet deutliche Worte zu spontanen Gleiswechsel

„Wir wissen, dass das total blöd und ärgerlich für den Kunden ist; aber es geht in solchen Fällen darum das Gesamtsystem am Laufen zu halten“, so die Bahnsprecherin. Der S-Bahn-Nutzer an der betroffenen Station in Offenbach müsse dann halt in den sauren Apfel beißen. Die Alternative für die DB sei, den betreffenden Zug an der vorherigen Station bis zum Ende der Störung warten zu lassen. Doch das führe zu weiteren Verzögerungen und betreffe noch mehr Kunden.

Statistiken, wie oft es zum kurzfristigen Gleiswechsel komme und welche Stationen besonders betroffen seien, würden nicht geführt, so die Bahnsprecherin.

VON MATTHIAS DAHMER

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