Kritische Infrastruktur

Maßnahmen verschärft: Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr rüsten sich für die Omikron-Welle

Zuversicht trotz fünfter Welle: Offenbachs Feuerwehrchef Uwe Sauer geht davon aus, dass durch angepasste Abstands- und Hygieneregeln die drohenden Personalausfälle durch Omikron beherrschbar bleiben.
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Zuversicht trotz fünfter Welle: Offenbachs Feuerwehrchef Uwe Sauer geht davon aus, dass durch angepasste Abstands- und Hygieneregeln die drohenden Personalausfälle durch Omikron beherrschbar bleiben.

Der Feuerwehr-Chef von Offenbach zeichnet mit Blick auf die Corona-Variante Omikron ein düsteres Bild.

Offenbach - Die Omikron-Welle rollt auf Offenbach zu. Wann sie einschlägt, vermögen nicht mal die besten Modellierer genau zu sagen. Fest steht aber: Sie wird kommen. Und es wird heftig werden. So heftig, dass die sogenannte kritische Infrastruktur, also Feuerwehr, Rettungsdienste und auch die Stadtpolizei um ihre Einsatzfähigkeit fürchten und schon jetzt weitere Corona-Schutzmaßnahmen ergreifen.

„Wir sind angesichts der Omikron-Welle mit einer ganz neuen Gefährdungslage konfrontiert“, sagt Feuerwehrchef Uwe Sauer. Er ist auch für den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz in Offenbach zuständig, befehligt sozusagen den allergrößten Teil der kritischen Infrastruktur. Sie will er nun gegen den personellen Supergau wappnen. „Wir haben erst mal alle unsere bisherigen Schutzmaßnahmen gegen das Virus auf den Prüfstand gestellt und sind zu dem Schluss gekommen: Sie reichen nicht.“

Corona-Variante Omikron: Offenbach rüstet sich gegen Mutante

Ziel sei es, Personalausfälle durch Omikron weitestgehend zu verhindern. Ganz vorne stehe natürlich das Impfen. Laut Sauer sind etwa 95 Prozent der Belegschaft geimpft und auch bald geboostert. „Dazu reduzieren wir intern strikt den Kontakt unter den einzelnen Wachmannschaften“, erklärt Sauer. Selbst der Wachwechsel finde getrennt voneinander statt. Die Gruppen seien zwar im selben Haus, aber in unterschiedlichen Gebäudeteilen und würden sich nicht ein einziges Mal über den Weg laufen. „So stellen wir sicher, dass sich eine mögliche Infektion nicht von Mannschaft zu Mannschaft ausbreiten kann.“

Dazu käme die Vorschrift, ab sofort nur noch FFP2-Masken im Dienst zu tragen. Medizinische Operationsmasken genügten nicht mehr. „Außerdem haben wir in der Kantine der Feuerwache wieder Plexiglastrennwände installiert und sitzen weiter auseinander.“ Doch die Liste der Schutzmaßnahmen, die Sauer aufzählt, ist noch länger. So gebe es ab sofort keine Zweibettzimmer mehr, wo die Feuerwehrleute während ihrer 24-Stunden-Schichten schlafen. „Da haben wir eine Einzelzimmerlösung geschaffen“, sagt Sauer.

Und um ganz sicherzugehen, würden sämtliche Mitarbeiter des Hauses jeden Tag getestet. Sauer: „Wir verfolgen eine strikte 1G-Regelung. Keiner betritt die Wache, ohne einen negativen Test.“

Polizei Offenbach bereitet sich auf Omikron vor: „Wenn es uns trifft, trifft es uns hart“

Auch bei der Offenbacher Stadtpolizei wird ähnlich verfahren. „Wir trennen unsere Dienstgruppen strikt voneinander und setzen auf einen kontaktfreien Wachwechsel“, sagt deren Leiter Lothar Haack. Die Dienstgruppe verließe nach Feierabend geschlossen die Stadtwache. Erst dann würde die nächste die Diensträume betreten. Dazwischen werde gelüftet. Dazu käme eine hohe Impfquote bei den Stadtpolizisten. Haack spricht von weite über 90 Prozent.

Dass die getroffenen Maßnahmen ausreichen, um Omikron wirklich auszusperren, vermag Haack nicht vorherzusagen. „Grundsätzlich bin ich aber ein Optimist. Bisher sind wir gut durch die Pandemie gekommen, weil wir unsere Hygienekonzepte immer wieder angepasst und erneuert haben“, sagt er. „Ich bin deshalb guter Dinge, dass wir so auch durch die Omikronwelle kommen.“ Dennoch: „Wenn es uns trifft, trifft es uns hart.“ Müsse etwa eine Dienstgruppe in Quarantäne, sei die Stadtpolizei nicht mehr arbeitsfähig. Die Personaldecke sei einfach zu dünn. „Dann müssten wir Unterstützung aus anderen Schichten abrufen und hoffen, dass wir unsere Leute möglichst schnell wieder freigetestet bekommen.“

Corona-Variante Omikron – Feuerwehr Offenbach: Müssen „verschärfte Maßnahmen durchziehen“

Etwas komfortabler ist die Lage unterdessen bei der Feuerwehr. Uwe Sauer kann im Zweifelsfall auf den freiwilligen Katastrophenschutz zurückgreifen oder benachbarte Wachen um Unterstützung bitten, wenn beispielsweise eine Schicht coronabedingt ausfalle. „Wir sind als Feuerwehr und Rettungsdienst bisher sehr gut durch die Pandemie gekommen und hatten intern nicht eine Virusweitergabe“, berichtet Sauer. Die Maßnahmen hätten bisher nahezu perfekt funktioniert. „Deshalb müssen wir uns jetzt zusammenreißen und die verschärften Maßnahmen durchziehen“, appelliert er. „Wir werden zwar den ein oder anderen Einschlag bekommen. Aber ich glaube, dass die aktuellen Maßnahmen uns vor nicht beherrschbaren Einschlägen bewahren werden.“ (Christian Reinartz)

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist auf dem Vormarsch, doch welche Corona-Symptome bringt eine Infektion mit sich? Eine erste Auswertung zeigt es.

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