Sanierungen in Carl-Ulrich-Siedlung und Feuerwache

Löcher im Boden und Schimmel in der Dusche

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Offenbach - Im weitesten Sinn mit Wasser zu tun haben zwei Projekte, für die die Stadt insgesamt 228.600 Euro ausgeben will: die Sanierung eines Rad- und Fußwegs in der Carl-Ulrich-Siedlung und die Sanierung des Mannschaftsbads der Feuerwache an der Rhönstraße.

Die auf 130.000 Euro veranschlagten Arbeiten zwischen Neusalzer Straße und Waldenburger Weg sind notwendig geworden, weil dort die Offenbacher vergangener Tage für Trinkwasser sorgten. Nach 1871 wurden in der damals unbebauten Vordermark Brunnen angelegt. Der Bau des Wasserwerks Heusenstamm in den 1930er Jahren machte die Anlagen überflüssig. Siedler verfüllten die Hohlräume und bauten darauf Häuser und Wege.

Im April 2004 geriet der löchrige Untergrund dieser Gegend erstmals in die Schlagzeilen: Eine ganze Ecke eines Kindergartengeländes sackte unvermittelt ab. 2012 senkte sich der Boden auf Privatgelände, auf angrenzenden Wegen zeigten sich massive Risse in der Asphaltdecke. Die Stadt sperrte vorsorglich die Rad- und Fußverbindung und ließ sondieren. Ergebnis: Die alten Wasserspeicher sind mit Bauschutt recht locker gefüllt. Was sich unter den Wegen befindet, schätzten die Fachleute „als nicht tragfähig und ausgesprochen setzungsgefährdet“ ein.

Unzureichende Belüftung

Die Freifläche von Kindergarten und Jugendzentrum sind bereits nach dem Vorfall 2009 gesichert worden. Jetzt folgt der Weg. Dabei wird die Erde bis in eine Tiefe von einem Meter ausgehoben. Finden sich gemauerte Hohlräume, werden sie abgebrochen. Nachdem Wasser abgepumpt ist, fließt sogenannter Flüssigboden in die Löcher. Damit sollen „alle Hohlräume tragfähig verfüllt“ sein.

Viel direkter spielt Wasser an der Rhönstraße eine Rolle: Für 98.000 Euro gönnt die Stadt ihren Feuerwehrleuten eine sanierte Dusch- und Waschanlage. Das bestehende, erst 1997 erneuerte Mannschaftsbad, ist wegen unzureichender Belüftung nicht mehr zumutbar: Es schimmelt an Wand, Boden und Decken, woran auch eine nachträglich installierte Luftentfeuchtungsanlage nichts ändern konnte. Fliesen und Estrich müssen abgetragen und erneuert werden.

Laut Vorlage des Magistrats wirkt sich aus, dass sich immer viele Brandschützer gleichzeitig zu den Wachwechselzeiten zwischen 6 und 7 Uhr sowie nach dem täglichen Dienstsport abbrausen: „Infolge der zeitlich begrenzten und hochfrequenten Nutzung des Mannschaftsbades ist ein enormer Feuchtigkeitseintrag zu verzeichnen.“ Über Fenster ist eine ausreichende „Querbelüftung“ wegen einer Trennwand zwischen Wasch- und Duschbereich nicht möglich. Diese soll jetzt entfernt und durch einen weniger hohen Sichtschutz ersetzt werden. 

Katastrophenschutzübung in Offenbach

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tk

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