Interview mit Ralf Ackermann

Unwetter: Menschen beleidigen Feuerwehr - Kreisbrandinspektor nimmt Stellung

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Dass Straßen infolge des Sturms gesperrt werden mussten, war nicht jedem einsichtig. 

Zahlreiche Straßen in Südhessen waren infolge des schweren Sturms gesperrt. Die Einsatzkräfte vor Ort mussten sich beschimpfen lassen. Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann wünscht sich „mehr Verständnis“.

Offenbach – Mehr als 1 300 Einsätze fuhren die Feuerwehren im Kreis Offenbach seit Sonntag und wurden dabei auch von Wehren aus dem Main-Kinzig-Kreis und dem Kreis Darmstadt Dieburg unterstützt. Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann zieht im Interview eine Bilanz.

Haben Sie schon einmal einen so folgenschweren Sturm im Kreis Offenbach erlebt?

Einen Sturm in diesem Ausmaß beziehungsweise mit diesen Folgen habe ich in meiner 28-jährigen Dienstzeit als Kreisbrandinspektor noch nicht erlebt.

Was sind die besonderen Herausforderungen in einem solchen Fall?

Im Vordergrund steht die schnelle Rettung von Menschenleben, dann folgen die Sicherung des Eigentums und die Hilfe vor Ort.

Wie hat die Koordination der beteiligten Feuerwehren funktioniert?

Die 29 Freiwilligen Feuerwehren des Kreises waren im Einsatz und wurden überörtlich koordiniert. Unterstützung erhielten sie vom THW, Kolleginnen und Kollegen aus dem Main-Kinzig-Kreis und dem Kreis Darmstadt Dieburg sowie von Sanitätsorganisationen. Die Zusammenarbeit verlief reibungslos.

Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?

Ich wünsche mir in solchen Situationen mehr Verständnis bei manchen Bürgerinnen und Bürgern, dass Straßen gesperrt werden müssen – sei es für Autos oder Fahrräder.

Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann.

Es sind auch bei diesem Einsatz wohl wieder Einsatzkräfte von Schaulustigen behindert worden. Was können Sie dazu berichten?

Bei 1 300 Einsätzen gab es auch einige wenige Menschen, die sich zum Beispiel über Absperrungen aufgeregt haben und teilweise Einsatzkräfte beschimpften.

Sind Stadt und Kreis gut genug auf solche Situationen vorbereitet?

Der Kreis Offenbach verfügt über funktionierende Koordinierungsmechanismen, die unter anderem mit einem Einsatzstab in der Leitstelle in Kraft getreten sind. In den Städten gab es die entsprechenden Einsatzleitungen vor Ort.

Das Gespräch führte Sebastian Schilling

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